Das Atelier Galata in Istanbul fungiert seit Jahren als eine wichtige Drehscheibe für den internationalen kulturellen Austausch, insbesondere zwischen der Kunstszene Nordrhein-Westfalens und der türkischen Metropole. Auch 2025 setzt die Stadt Köln dieses bedeutsame Stipendienprogramm fort, indem sie den Drehbuchautor und Filmregisseur Bijan Benjamin sowie die Künstlerin Helin Sezen Korkmaz für einen dreimonatigen Arbeitsaufenthalt in Istanbul auswählt. Diese Residenz bietet den Künstlern eine einzigartige Gelegenheit, ihre Projekte zu vertiefen und neue Impulse in die Kölner Kunstlandschaft einzubringen.
Das Atelier Galata: Eine Brücke zwischen Kulturen
Das Atelier Galata wurde im Dezember 2008 von der Kunststiftung NRW zusammen mit der Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig ins Leben gerufen und im September 2009 offiziell eröffnet. Es ist ein gemeinsam von der Kunststiftung NRW und der Stadt Köln getragenes Artist-in-Residence-Programm im Stadtteil Beyoğlu in Istanbul. Ziel des Stipendiums ist es, Kunstschaffenden die Möglichkeit zu geben, die lokale Kunstszene Istanbuls kennenzulernen, internationale Kontakte zu knüpfen oder zu vertiefen und Projektideen auszutauschen oder zu entwickeln. Nach ihrer Rückkehr sollen die Stipendiat*innen neue Impulse in ihre jeweiligen Arbeitskontexte und insbesondere in die Kölner Kunstszene einbringen.
Die Stadt Köln vergibt das Stipendium, welches die kostenfreie Nutzung eines Wohnateliers, eine monatliche finanzielle Unterstützung von 1.300 Euro sowie die Übernahme der Reisekosten von bis zu 600 Euro umfasst. Die Kunststiftung NRW bietet ein ähnliches Residenzstipendium an, das eine monatliche Pauschale von 1.200 Euro und bis zu 600 Euro Reisekosten beinhaltet. Diese Programme unterstreichen die Bedeutung, die dem kulturellen Austausch und der internationalen Vernetzung beigemessen wird.
Langjährige Partnerschaft und Bedeutung in herausfordernden Zeiten
Die Städtepartnerschaft zwischen Köln und Istanbul besteht seit 1997. Die Fortführung des Stipendiums auch in politisch herausfordernden Zeiten wird von der Stadt Köln als wichtiges Zeichen zur Förderung der Zivilgesellschaft und des kulturellen Austauschs verstanden. Es soll die langjährige Partnerschaft und die Szene vor Ort in Istanbul stärken. Die Auswahl der Stipendiat*innen erfolgt durch unabhängige Fachjurys.
Stipendiaten 2025: Bijan Benjamin und Helin Sezen Korkmaz
Für das Jahr 2025 wurden zwei vielversprechende Künstlerpersönlichkeiten ausgewählt:
- Bijan Benjamin, ein Absolvent der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM), wird von Juni bis Ende August 2025 im Atelier Galata leben und arbeiten. Als Drehbuchautor und Filmregisseur liegt sein Fokus auf der Filmkunst und dem Dokumentarfilm. Seine Arbeiten beschäftigen sich oft mit gesellschaftlichen Fragen, marginalisierten Perspektiven, kultureller Identität, absurd-humorvollen Elementen und der Poesie des Alltäglichen.
- In der zweiten Jahreshälfte 2025 übernimmt die KHM-Studierende Helin Sezen Korkmaz das Stipendium. Ihre künstlerische Praxis umfasst die Soundkunst und visuelle Medien, was eine Bereicherung für die Vielfalt der geförderten Sparten darstellt.
Beide Künstler wurden für ihre überzeugenden künstlerischen Ansätze ausgewählt und erhalten die Möglichkeit, ihre Projekte vor Ort weiterzuentwickeln und neue Perspektiven zu gewinnen.
Impulse für die Kölner Kunstszene
Ein wesentlicher Bestandteil des Stipendiums ist die Verpflichtung der Künstler, ihre in Istanbul entstandenen Projekte nach ihrer Rückkehr in Köln zu präsentieren. Dies kann im Rahmen einer Veranstaltung oder einer Ausstellung geschehen und wird vom Kulturamt unterstützt. Dadurch wird sichergestellt, dass die gewonnenen Erfahrungen und kreativen Impulse direkt in die Kölner Kunstszene zurückfließen und diese bereichern. Dies fördert nicht nur die einzelnen Künstler, sondern auch die gesamte kulturelle Landschaft Kölns durch die Integration internationaler Perspektiven und Arbeitsweisen.
Fazit
Das Atelier Galata Stipendienprogramm ist ein herausragendes Beispiel für die Bedeutung des internationalen Kulturaustauschs und der Städtepartnerschaft zwischen Köln und Istanbul. Indem es Künstlern wie Bijan Benjamin und Helin Sezen Korkmaz ermöglicht, in einem inspirierenden Umfeld zu arbeiten und zu forschen, schafft es nicht nur individuelle Entwicklungschancen, sondern stärkt auch die kulturellen Verbindungen und bereichert beide Kunstszenen nachhaltig. Die Förderung von Film- und Soundkunst durch solche Residenzen unterstreicht die Wertschätzung für vielfältige künstlerische Ausdrucksformen und trägt dazu bei, neue Diskurse und kreative Prozesse anzustoßen.
Weiterführende Quellen
https://www.khm.de/termine/news.5943.helin-sezen-korkmaz-und-bijan-benjamin-erhalten-das/
https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/27566/index.html
https://www.stadt-koeln.de/artikel/04448/index.html
https://www.kaistrasse10.de/stipendien/artist-in-residence.html





