COP30 Bike Ride: Pedale für das Klima im Amazonas – Belém 2025 und die Zukunft der nachhaltigen Mobilität

COP30 Bike Ride: Pedale für das Klima im Amazonas – Belém 2025 und die Zukunft der nachhaltigen Mobilität

Die Welt blickt auf Belém. Im Novem­ber 2025 wird die bra­si­lia­ni­sche Stadt am Tor zum Ama­zo­nas­ge­biet Gast­ge­be­rin der 30. UN-Kli­ma­kon­fe­renz, der COP30, sein. Doch schon im Vor­feld wird die glo­ba­le Auf­merk­sam­keit durch eine außer­ge­wöhn­li­che Initia­ti­ve gebün­delt: die COP30 Bike Ride. Die­ses Bür­ger­pro­jekt ist weit mehr als eine sport­li­che Her­aus­for­de­rung; es ist ein kraft­vol­ler Appell für nach­hal­ti­ge Mobi­li­tät und ambi­tio­nier­ten Kli­ma­schutz, der die Dring­lich­keit des Han­delns im Ange­sicht der bedroh­ten Ama­zo­nas­re­gi­on unter­streicht.

Die COP30 Bike Ride: Eine Bürgerbewegung auf zwei Rädern

Die COP30 Bike Ride ist eine inter­na­tio­na­le Staf­fe­l­in­itia­ti­ve, die Aben­teu­rer aus ver­schie­de­nen Kon­ti­nen­ten (Euro­pa, Zen­tral­asi­en, Afri­ka, Ame­ri­ka) zusam­men­führt. Ihr Ziel ist es, bis zum 10. Novem­ber 2025 per Fahr­rad und Segel­boot in Belém ein­zu­tref­fen und zehn kon­kre­te Vor­schlä­ge zur Fahr­rad­po­li­tik in die Kli­ma­plä­ne der teil­neh­men­den Län­der ein­zu­brin­gen. Die­se Vor­schlä­ge zie­len dar­auf ab, das Fahr­rad als zen­tra­les Instru­ment zur Reduk­ti­on von Koh­len­stoff­emis­sio­nen her­vor­zu­he­ben und damit zur CO2-Reduk­ti­on bei­zu­tra­gen.

Die Initia­ti­ve ist bewusst als Bür­ger­en­ga­ge­ment kon­zi­piert, das über sym­bo­li­sche Ges­ten hin­aus­geht und ech­te poli­ti­sche Ver­än­de­run­gen ansto­ßen will. Ent­lang der Rou­te enga­gie­ren sich die Rad­fah­rer mit loka­len Fahr­rad­ge­mein­schaf­ten und for­dern von kom­mu­na­len und regio­na­len Ver­tre­tern drei kon­kre­te Ver­pflich­tun­gen für Fahr­rad­po­li­tik bis 2030 – dar­un­ter der Aus­bau von Rad­we­gen, die Bereit­stel­lung von Fahr­rad­park­plät­zen, die För­de­rung der Inter­mo­da­li­tät zwi­schen Fahr­rad und öffent­li­chem Nah­ver­kehr sowie Bil­dungs­in­itia­ti­ven. Städ­te in Slo­we­ni­en, Kroa­ti­en, Ita­li­en und sogar Paris haben bereits sol­che Ver­pflich­tungs­er­klä­run­gen unter­zeich­net. Die­ses glo­ba­le Mosa­ik bür­ger­schaft­li­chen Han­delns ver­bin­det loka­le Anlie­gen mit den über­ge­ord­ne­ten inter­na­tio­na­len Kli­ma­zie­len. Die Orga­ni­sa­to­ren stre­ben sogar drei Welt­re­kor­de an, unter ande­rem für die längs­te Fahr­rad­pas­sa­ge von Baku (dem Ort der COP29) nach Belém, inklu­si­ve einer See­pas­sa­ge.

Belém 2025: Brennpunkt des Klimadiskurses im Amazonasgebiet

Die Wahl Beléms als Aus­tra­gungs­ort der COP30 ist von beson­de­rer Bedeu­tung. Die Stadt gilt als das „Tor zum Ama­zo­nas-Regen­wald“, einer Regi­on, die als „Lun­ge der Erde“ eine ent­schei­den­de Rol­le bei der Regu­lie­rung des Welt­kli­mas spielt. Doch der Ama­zo­nas ist mas­siv bedroht. Alar­mie­rend hohe Ent­wal­dungs­ra­ten, vor­an­ge­trie­ben durch die Aus­wei­tung der Land­wirt­schaft, ille­ga­len Holz­ein­schlag und unzu­rei­chen­de Umwelt­ge­set­ze, unter­gra­ben die glo­ba­len Bemü­hun­gen zur Bekämp­fung des Kli­ma­wan­dels. Erschre­cken­der­wei­se ist der süd­li­che Ama­zo­nas-Regen­wald auf­grund von Wald­schä­den mitt­ler­wei­le ein Net­to-Emit­tent von CO2 gewor­den und trägt so zur glo­ba­len Erwär­mung bei. Vie­le Brän­de wer­den von Men­schen ver­ur­sacht.

Die Kon­fe­renz in Belém soll sich vor­ran­gig auf den Aus­stieg aus fos­si­len Brenn­stof­fen, die Redu­zie­rung glo­ba­ler Treib­haus­gas­emis­sio­nen und die Finan­zie­rung von Kli­ma­schutz- und Anpas­sungs­maß­nah­men im glo­ba­len Süden kon­zen­trie­ren. Bra­si­li­en, als Gast­ge­ber­land, steht unter dem Druck, mit gutem Bei­spiel vor­an­zu­ge­hen, auch wenn die Vor­be­rei­tun­gen und die Abhol­zung im Ama­zo­nas­ge­biet Anlass zur Sor­ge geben. Die bra­si­lia­ni­sche Regie­rung unter Prä­si­dent Lula signa­li­siert ein neu­es Selbst­be­wusst­sein im Kli­ma­schutz und for­dert von den Indus­trie­län­dern finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für Anpas­sung und CO2-Reduk­ti­on, bei­spiels­wei­se durch den Ama­zo­nas­fonds.

Gleich­zei­tig steht Belém selbst vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen. Berich­te wei­sen auf hohe Armut, Kri­mi­na­li­tät und Umwelt­ver­schmut­zung in der Stadt hin. Die Infra­struk­tur, ins­be­son­de­re die Abwas­ser­ent­sor­gung und die Ver­füg­bar­keit von Unter­künf­ten für die erwar­te­ten 50.000 Dele­gier­ten, ist ange­spannt. Kon­tro­ver­sen ent­ste­hen auch durch Infra­struk­tur­pro­jek­te wie den Bau der „Ave­ni­da Liberda­de“, einer Auto­bahn, die durch den Regen­wald füh­ren soll und von Umwelt­schüt­zern kri­ti­siert wird, obwohl die bra­si­lia­ni­sche Bun­des­re­gie­rung betont, dass dies nicht Teil ihrer COP30-Vor­be­rei­tun­gen sei. Hier zeigt sich der stän­di­ge Kon­flikt zwi­schen Umwelt­schutz und wirt­schaft­li­cher Ent­wick­lung.

Nachhaltige Mobilität als Schlüssel zum Klimaschutz

Die COP30 Bike Ride ver­kör­pert die Idee der nach­hal­ti­gen Mobi­li­tät auf ein­drucks­vol­le Wei­se. Stu­di­en bele­gen, dass akti­ve Mobi­li­tät – zu Fuß gehen, Rad­fah­ren und E‑Bike fah­ren – den CO2-Fuß­ab­druck erheb­lich redu­zie­ren kann. Schon der Umstieg von nur einer Auto­fahrt pro Tag auf das Fahr­rad kann den jähr­li­chen CO2-Fuß­ab­druck einer Per­son um etwa 0,5 Ton­nen sen­ken. Dies unter­streicht die Not­wen­dig­keit eines radi­ka­len Umden­kens in der Städ­te­pla­nung welt­weit.

Es gibt bereits inspi­rie­ren­de Bei­spie­le für geleb­te Fahr­rad­po­li­tik und loka­le Initia­ti­ven. Die Stadt Afuá im Ama­zo­nas­ge­biet Bra­si­li­ens ist ein ein­zig­ar­ti­ges Bei­spiel, wo die 40.000 Ein­woh­ner aus­schließ­lich Fahr­rä­der und umge­bau­te Minia­tur­fahr­zeu­ge nut­zen, da moto­ri­sier­te Fahr­zeu­ge ver­bo­ten sind. Die­se „No-Motor-Kul­tur“ führt zu einer schad­stoff­frei­en Umge­bung und weni­ger schwe­ren Unfäl­len, was die Vor­tei­le nach­hal­ti­ger Mobi­li­tät in einem emp­find­li­chen Öko­sys­tem unter­streicht. Auch grö­ße­re Städ­te in Bra­si­li­en wie Rio de Janei­ro inves­tie­ren in den Rad­we­ge­aus­bau.

Für eine erfolg­rei­che Ver­kehrs­wen­de sind kla­re poli­ti­sche Vor­ga­ben und Inves­ti­tio­nen uner­läss­lich. Die Her­aus­for­de­run­gen in urba­nen Gebie­ten umfas­sen Ver­kehrs­kol­laps, Lärm- und Luft­ver­schmut­zung, was eine inte­grier­te Pla­nung von Ver­kehrs- und Sied­lungs­ent­wick­lung erfor­dert. Initia­ti­ven wie Mobi­li­seY­our­Ci­ty und Pro­jek­te der GIZ unter­stüt­zen Schwel­len- und Ent­wick­lungs­län­der beim Auf­bau nach­hal­ti­ger urba­ner Mobi­li­täts­sys­te­me und för­dern damit die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit im Bereich Kli­ma­schutz.

Fazit

Die COP30 in Belém 2025 wird ein ent­schei­den­der Moment für den glo­ba­len Kli­ma­schutz sein, ins­be­son­de­re im Hin­blick auf den Schutz des Ama­zo­nas und die För­de­rung nach­hal­ti­ger Ent­wick­lung. Die COP30 Bike Ride sym­bo­li­siert dabei das wach­sen­de Bür­ger­en­ga­ge­ment und die For­de­rung nach einer nach­hal­ti­gen Mobi­li­täts­po­li­tik, die aktiv zur CO2-Reduk­ti­on bei­tra­gen kann. Wäh­rend die Stadt Belém und die gesam­te Ama­zo­nas­re­gi­on vor enor­men Her­aus­for­de­run­gen ste­hen, bie­ten Initia­ti­ven wie die Fahr­rad-Staf­fel und loka­le Bei­spie­le wie Afuá kon­kre­te Wege auf, wie durch Fahr­rad­po­li­tik, Rad­we­ge­aus­bau und inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit posi­ti­ve Ver­än­de­run­gen erreicht wer­den kön­nen. Die Welt­ge­mein­schaft muss die COP30 nut­zen, um wirk­sa­me Stra­te­gien für den Kli­ma­schutz zu ent­wi­ckeln, die den Schutz des Ama­zo­nas und eine men­schen­ge­rech­te, nach­hal­ti­ge Städ­te­pla­nung in den Mit­tel­punkt stel­len.

Weiterführende Quellen

https://copbikeride.org/cop30

https://www.germanwatch.org/de/cop30

https://www.misereor.de/cop-30-weltklimakonferenz-2025-in-brasilien

https://www.youtube.com/watch?v=ifIEJEbD-1U

https://cop30.br/en/news-about-cop30/note-on-the-report-about-construction-works-on-avenida-liberdade-in-belem