Unter Bewerberpflichten versteht man die rechtlichen und moralischen Verpflichtungen, die ein Stellensuchender während des Rekrutierungsprozesses gegenüber einem potenziellen Arbeitgeber hat. Die zentralen Elemente sind dabei die Wahrheitspflicht bezüglich relevanter Qualifikationen und die Offenbarungspflicht für Umstände, die die Erbringung der Arbeitsleistung unmöglich machen würden. Zudem ist der Bewerber dazu angehalten, Termine einzuhalten und über Änderungen seines Status, wie etwa die Annahme eines anderen Stellenangebots, zeitnah zu informieren. Verletzungen dieser vorvertraglichen Pflichten können zum Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren oder später zur Anfechtung eines bereits geschlossenen Arbeitsvertrags führen.