Mit­ar­bei­ter­bin­dung: So ent­ge­hen Unter­neh­men Mil­li­ar­den Euro Scha­den

Mit­ar­bei­ter­bin­dung: So ent­ge­hen Unter­neh­men Mil­li­ar­den Euro Scha­den

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Die Mit­ar­bei­ter­bin­dung ist für Unter­neh­men von ent­schei­den­der Bedeu­tung, da hohe Fluk­tua­ti­on immense Kos­ten ver­ur­sacht und die Wett­be­werbs­fä­hig­keit gefähr­det. In einer sich schnell ver­än­dern­den Arbeits­welt, in der Fach­kräf­te Man­gel­wa­re sind, wird es immer wich­ti­ger, Mit­ar­bei­ter lang­fris­tig an das Unter­neh­men zu bin­den. Die hohe Mit­ar­bei­ter­fluk­tua­ti­on stellt ein erheb­li­ches Pro­blem dar. Stu­di­en bezif­fern die dadurch ent­ste­hen­den finan­zi­el­len Schä­den auf Mil­li­ar­den Euro jähr­lich. Die zen­tra­le Fra­ge ist, wie Unter­neh­men die Mit­ar­bei­ter­bin­dung ver­bes­sern und somit Kos­ten spa­ren kön­nen.

Die finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen man­geln­der Mit­ar­bei­ter­bin­dung

Die Kos­ten, die durch Fluk­tua­ti­on ent­ste­hen, sind immens und oft unter­schätzt. Sie umfas­sen weit mehr als nur die direk­ten Recrui­ting-Kos­ten. Hin­zu kom­men die Auf­wen­dun­gen für die Ein­ar­bei­tung neu­er Mit­ar­bei­ter, Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lus­te wäh­rend der Vakanz und der Ein­ar­bei­tungs­pha­se sowie der Ver­lust von wert­vol­lem Wis­sen.

Recrui­ting-Kos­ten: Die Suche nach neu­en Mit­ar­bei­tern ist zeit- und kos­ten­in­ten­siv. Sie beinhal­tet das Schal­ten von Stel­len­an­zei­gen, die Durch­füh­rung von Bewer­bungs­ge­sprä­chen und gege­be­nen­falls die Beauf­tra­gung von Head­hun­tern. Je nach Posi­ti­on kön­nen die­se Kos­ten schnell meh­re­re Monats­ge­häl­ter betra­gen.

Ein­ar­bei­tungs­kos­ten: Neue Mit­ar­bei­ter müs­sen geschult und in die Arbeits­ab­läu­fe inte­griert wer­den. Dies erfor­dert Zeit und Res­sour­cen von erfah­re­nen Kol­le­gen und Füh­rungs­kräf­ten. Wäh­rend der Ein­ar­bei­tungs­pha­se ist die Pro­duk­ti­vi­tät des neu­en Mit­ar­bei­ters in der Regel gerin­ger als die eines erfah­re­nen Mit­ar­bei­ters.

Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lus­te: Bis ein neu­er Mit­ar­bei­ter die vol­le Pro­duk­ti­vi­tät erreicht, ver­ge­hen oft meh­re­re Mona­te. Wäh­rend die­ser Zeit ent­ste­hen Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lus­te, die sich nega­tiv auf den Unter­neh­mens­er­folg aus­wir­ken. Hin­zu kommt der Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lust, der durch die Vakanz selbst ent­steht, bis die Stel­le neu besetzt ist.

Wis­sens­ver­lust: Wenn Mit­ar­bei­ter das Unter­neh­men ver­las­sen, neh­men sie wert­vol­les Wis­sen und Erfah­rung mit. Die­ses Wis­sen geht dem Unter­neh­men ver­lo­ren und muss müh­sam wie­der auf­ge­baut wer­den. Beson­ders kri­tisch ist dies bei Schlüs­sel­po­si­tio­nen und Spe­zia­lis­ten.

Stu­di­en bele­gen, dass die Kos­ten der Fluk­tua­ti­on ein Viel­fa­ches des Jah­res­ge­halts eines Mit­ar­bei­ters betra­gen kön­nen. Laut Arti­kel auf arbeits-abc.de kos­tet man­geln­de Mit­ar­bei­ter­bin­dung Unter­neh­men welt­weit Mil­li­ar­den. In Deutsch­land belau­fen sich die Schä­den auf schät­zungs­wei­se 8,9 Mil­li­ar­den Euro. Die­se enor­men Kos­ten machen deut­lich, wie wich­tig es für Unter­neh­men ist, in die Mit­ar­bei­ter­bin­dung zu inves­tie­ren.

Ursa­chen für gerin­ge Mit­ar­bei­ter­bin­dung

Die Grün­de für eine gerin­ge Mit­ar­bei­ter­bin­dung sind viel­fäl­tig und kom­plex. Sie rei­chen von man­geln­der Wert­schät­zung über feh­len­de Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten bis hin zu einer schlech­ten Füh­rungs­kul­tur. Auch eine unzu­rei­chen­de Work-Life-Balan­ce und feh­len­de Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Unter­neh­men kön­nen dazu füh­ren, dass Mit­ar­bei­ter das Unter­neh­men ver­las­sen.

Man­geln­de Wert­schät­zung: Mit­ar­bei­ter, die sich nicht wert­ge­schätzt füh­len, sind weni­ger moti­viert und enga­giert. Wert­schät­zung kann sich in Form von Lob, Aner­ken­nung, Feed­back oder auch finan­zi­el­len Anrei­zen äußern.

Feh­len­de Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten: Mit­ar­bei­ter möch­ten sich wei­ter­ent­wi­ckeln und neue Fähig­kei­ten erler­nen. Wenn Unter­neh­men kei­ne oder nur weni­ge Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten bie­ten, füh­len sich Mit­ar­bei­ter schnell unter­for­dert und suchen nach neu­en Her­aus­for­de­run­gen.

Schlech­te Füh­rungs­kul­tur: Eine schlech­te Füh­rungs­kul­tur, die von man­geln­der Kom­mu­ni­ka­ti­on, feh­len­der Unter­stüt­zung oder unge­rech­tem Ver­hal­ten geprägt ist, kann das Enga­ge­ment der Mit­ar­bei­ter stark beein­träch­ti­gen.

Unzu­rei­chen­de Work-Life-Balan­ce: Eine gute Work-Life-Balan­ce ist für vie­le Mit­ar­bei­ter ein wich­ti­ger Fak­tor. Wenn Unter­neh­men kei­ne fle­xi­blen Arbeits­mo­del­le anbie­ten oder die Arbeits­be­las­tung zu hoch ist, kann dies zu Stress und Unzu­frie­den­heit füh­ren.

Feh­len­de Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Unter­neh­men: Mit­ar­bei­ter, die sich nicht mit den Wer­ten und Zie­len des Unter­neh­mens iden­ti­fi­zie­ren, sind weni­ger loy­al und enga­giert. Eine posi­ti­ve Unter­neh­mens­kul­tur, die von Ver­trau­en, Respekt und Zusam­men­ar­beit geprägt ist, kann die Iden­ti­fi­ka­ti­on der Mit­ar­bei­ter mit dem Unter­neh­men stär­ken.

Der HR-REPORT 2023 MITARBEITER-BINDUNG zeigt, dass die genann­ten Ursa­chen eng mit­ein­an­der ver­knüpft sind und sich gegen­sei­tig ver­stär­ken kön­nen. Es ist daher wich­tig, dass Unter­neh­men ein ganz­heit­li­ches Kon­zept zur Mit­ar­bei­ter­bin­dung ent­wi­ckeln, das alle rele­van­ten Aspek­te berück­sich­tigt.

Stra­te­gien zur Stei­ge­rung der Mit­ar­bei­ter­bin­dung

Um die Mit­ar­bei­ter­bin­dung nach­hal­tig zu ver­bes­sern, müs­sen Unter­neh­men pro­ak­tiv wer­den und eine ganz­heit­li­che Stra­te­gie ent­wi­ckeln. Die­se soll­te ver­schie­de­ne Berei­che umfas­sen, von der Unter­neh­mens­kul­tur über die Mit­ar­bei­ter­ent­wick­lung bis hin zur Gestal­tung der Arbeits­be­din­gun­gen. Ein wich­ti­ger Aspekt ist die Schaf­fung einer posi­ti­ven Unter­neh­mens­kul­tur, die von Wert­schät­zung, Ver­trau­en und Zusam­men­ar­beit geprägt ist. Dies kann durch regel­mä­ßi­ge Team­buil­ding-Maß­nah­men, offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le und eine trans­pa­ren­te Ent­schei­dungs­fin­dung geför­dert wer­den.

Die För­de­rung der Mit­ar­bei­ter­ent­wick­lung ist ein wei­te­rer ent­schei­den­der Fak­tor. Unter­neh­men soll­ten ihren Mit­ar­bei­tern viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten zur Wei­ter­bil­dung und per­sön­li­chen Ent­wick­lung bie­ten. Dies kann in Form von inter­nen Schu­lun­gen, exter­nen Semi­na­ren, Men­to­ring-Pro­gram­men oder der Über­nah­me von Pro­jek­ten mit erhöh­ter Ver­ant­wor­tung gesche­hen. Wich­tig ist, dass die Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten indi­vi­du­ell auf die Bedürf­nis­se und Zie­le der Mit­ar­bei­ter zuge­schnit­ten sind.

Die Imple­men­tie­rung von fle­xi­blen Arbeits­mo­del­len trägt eben­falls maß­geb­lich zur Mit­ar­bei­ter­bin­dung bei. Unter­neh­men soll­ten ihren Mit­ar­bei­tern die Mög­lich­keit geben, ihre Arbeits­zeit und ihren Arbeits­ort fle­xi­bel zu gestal­ten, sofern es die Tätig­keit zulässt. Dies kann die Work-Life-Balan­ce ver­bes­sern und die Zufrie­den­heit der Mit­ar­bei­ter erhö­hen. Bei­spie­le für fle­xi­ble Arbeits­mo­del­le sind Gleit­zeit, Teil­zeit, Job­sha­ring, Home­of­fice und Remo­te-Arbeit.

Die Aner­ken­nung von Leis­tun­gen ist ein oft unter­schätz­ter, aber sehr wir­kungs­vol­ler Fak­tor. Mit­ar­bei­ter, die für ihre Leis­tun­gen und ihren Ein­satz Aner­ken­nung erhal­ten, sind moti­vier­ter und enga­gier­ter. Aner­ken­nung kann sich in Form von Lob, Prä­mi­en, Beför­de­run­gen oder auch nicht-mone­tä­ren Anrei­zen äußern. Wich­tig ist, dass die Aner­ken­nung regel­mä­ßig und zeit­nah erfolgt.

Die Ver­bes­se­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­on ist essen­zi­ell für eine gute Mit­ar­bei­ter­bin­dung. Unter­neh­men soll­ten sicher­stel­len, dass die Kom­mu­ni­ka­ti­on offen, trans­pa­rent und wert­schät­zend ist. Dies kann durch regel­mä­ßi­ge Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­che, Team­mee­tings, News­let­ter oder auch infor­mel­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le geför­dert wer­den. Wich­tig ist, dass die Mit­ar­bei­ter das Gefühl haben, gehört zu wer­den und ihre Mei­nun­gen und Ideen ein­brin­gen zu kön­nen.

Eine erfolg­rei­che Mit­ar­bei­ter­bin­dungs­stra­te­gie umfasst also:

  • Schaf­fung einer posi­ti­ven Unter­neh­mens­kul­tur: För­de­rung von Wert­schät­zung, Ver­trau­en und Zusam­men­ar­beit.
  • För­de­rung der Mit­ar­bei­ter­ent­wick­lung: Bereit­stel­lung von viel­fäl­ti­gen Wei­ter­bil­dungs- und Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten.
  • Imple­men­tie­rung von fle­xi­blen Arbeits­mo­del­len: Ermög­li­chung fle­xi­bler Arbeits­zei­ten und ‑orte.
  • Aner­ken­nung von Leis­tun­gen: Regel­mä­ßi­ge und zeit­na­he Aner­ken­nung von erbrach­ten Leis­tun­gen.
  • Ver­bes­se­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­on: Offe­ne, trans­pa­ren­te und wert­schät­zen­de Kom­mu­ni­ka­ti­on.

Der HR-REPORT 2023 MITARBEITER- BINDUNG bie­tet detail­lier­te Ein­bli­cke in die Stra­te­gien und Her­aus­for­de­run­gen der Mit­ar­bei­ter­bin­dung und kann Unter­neh­men bei der Ent­wick­lung einer eige­nen, erfolg­rei­chen Stra­te­gie unter­stüt­zen. Employ­er Bran­ding spielt eben­falls eine wich­ti­ge Rol­le. Ein star­kes Employ­er Bran­ding hilft Unter­neh­men, sich als attrak­ti­ver Arbeit­ge­ber zu posi­tio­nie­ren und qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter zu gewin­nen und zu bin­den.

Die Rol­le der Füh­rungs­kraft bei der Mit­ar­bei­ter­bin­dung

Füh­rungs­kräf­te spie­len eine ent­schei­den­de Rol­le bei der Mit­ar­bei­ter­bin­dung. Sie sind das Bin­de­glied zwi­schen dem Unter­neh­men und den Mit­ar­bei­tern und haben einen direk­ten Ein­fluss auf deren Enga­ge­ment und Zufrie­den­heit. Durch wert­schät­zen­des Ver­hal­ten kön­nen Füh­rungs­kräf­te ein posi­ti­ves Arbeits­um­feld schaf­fen, in dem sich die Mit­ar­bei­ter wohl und respek­tiert füh­len. Wert­schät­zung kann sich in Form von Lob, Aner­ken­nung, Feed­back oder auch der Berück­sich­ti­gung per­sön­li­cher Bedürf­nis­se äußern.

Offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on ist ein wei­te­res wich­ti­ges Ele­ment. Füh­rungs­kräf­te soll­ten regel­mä­ßig mit ihren Mit­ar­bei­tern kom­mu­ni­zie­ren, ihnen Infor­ma­tio­nen über Unter­neh­mens­zie­le, Stra­te­gien und Ver­än­de­run­gen geben und ihnen die Mög­lich­keit geben, Fra­gen zu stel­len und Feed­back zu geben. Eine offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on för­dert das Ver­trau­en und die Trans­pa­renz.

Die För­de­rung von Eigen­ver­ant­wor­tung ist eben­falls von gro­ßer Bedeu­tung. Füh­rungs­kräf­te soll­ten ihren Mit­ar­bei­tern die Mög­lich­keit geben, Auf­ga­ben eigen­ver­ant­wort­lich zu über­neh­men und Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Dies för­dert das Enga­ge­ment und die Moti­va­ti­on der Mit­ar­bei­ter.

Die Unter­stüt­zung der Mit­ar­bei­ter­ent­wick­lung ist eine wei­te­re wich­ti­ge Auf­ga­be von Füh­rungs­kräf­ten. Sie soll­ten ihre Mit­ar­bei­ter bei ihrer per­sön­li­chen und beruf­li­chen Ent­wick­lung unter­stüt­zen, ihnen Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten anbie­ten und ihnen hel­fen, ihre Stär­ken zu ent­fal­ten. Dies zeigt den Mit­ar­bei­tern, dass das Unter­neh­men an ihrer Ent­wick­lung inter­es­siert ist und sie lang­fris­tig bin­den möch­te. Lea­der­ship bedeu­tet in die­sem Zusam­men­hang, die Mit­ar­bei­ter zu inspi­rie­ren und zu befä­hi­gen, ihr vol­les Poten­zi­al aus­zu­schöp­fen. Eine gute Mit­ar­bei­ter­füh­rung zeich­net sich durch Empa­thie, Ver­trau­en und die Fähig­keit aus, ein posi­ti­ves Arbeits­um­feld zu schaf­fen.

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass Füh­rungs­kräf­te durch wert­schät­zen­des Ver­hal­ten, offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on, För­de­rung von Eigen­ver­ant­wor­tung und Unter­stüt­zung der Mit­ar­bei­ter­ent­wick­lung maß­geb­lich zur Stei­ge­rung der Mit­ar­bei­ter­bin­dung bei­tra­gen kön­nen.

Instru­men­te zur Mes­sung und Ver­bes­se­rung der Mit­ar­bei­ter­bin­dung

Um die Wirk­sam­keit von Mit­ar­bei­ter­bin­dungs­maß­nah­men zu über­prü­fen und Ver­bes­se­rungs­po­ten­zia­le zu iden­ti­fi­zie­ren, ste­hen Unter­neh­men ver­schie­de­ne Instru­men­te und Kenn­zah­len zur Ver­fü­gung.

Mit­ar­bei­ter­be­fra­gun­gen sind ein bewähr­tes Mit­tel, um die Stim­mung und Zufrie­den­heit der Mit­ar­bei­ter zu erfas­sen. Sie kön­nen anonym durch­ge­führt wer­den und lie­fern wert­vol­le Ein­bli­cke in die Stär­ken und Schwä­chen des Unter­neh­mens aus Sicht der Mit­ar­bei­ter.

Aus­tritts­ge­sprä­che sind ein wich­ti­ges Instru­ment, um die Grün­de für das Aus­schei­den von Mit­ar­bei­tern zu ver­ste­hen. Sie soll­ten von erfah­re­nen Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen geführt wer­den und die Mög­lich­keit bie­ten, offen und ehr­lich über die Erfah­run­gen im Unter­neh­men zu spre­chen.

Der eNPS (Employee Net Pro­mo­ter Score) ist eine ein­fa­che Kenn­zahl, die die Loya­li­tät der Mit­ar­bei­ter misst. Er basiert auf der Fra­ge: “Wie wahr­schein­lich ist es, dass Sie unser Unter­neh­men als Arbeit­ge­ber wei­ter­emp­feh­len wür­den?” Die Ant­wor­ten wer­den auf einer Ska­la von 0 bis 10 bewer­tet, wobei 9 und 10 als “Pro­mo­to­ren”, 7 und 8 als “Pas­si­ve” und 0 bis 6 als “Detrak­to­ren” ein­ge­stuft wer­den. Der eNPS wird berech­net, indem der Pro­zent­satz der Detrak­to­ren vom Pro­zent­satz der Pro­mo­to­ren abge­zo­gen wird.

Fluk­tua­ti­ons­ana­ly­sen hel­fen, die Ursa­chen für hohe Fluk­tua­ti­on zu iden­ti­fi­zie­ren. Sie ana­ly­sie­ren, wel­che Mit­ar­bei­ter­grup­pen beson­ders häu­fig das Unter­neh­men ver­las­sen und wel­che Grün­de dafür vor­lie­gen.

Die­se Instru­men­te ermög­li­chen es Unter­neh­men, die Mit­ar­bei­ter­bin­dung zu mes­sen und basie­rend auf den gewon­ne­nen Erkennt­nis­sen geziel­te Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung zu ergrei­fen. Wich­ti­ge Kenn­zah­len sind neben dem eNPS und der Fluk­tua­ti­ons­ra­te auch die Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit, das Enga­ge­ment und die Fehl­zei­ten.

Stra­te­gien zur Stei­ge­rung der Mit­ar­bei­ter­bin­dung

Um die Mit­ar­bei­ter­bin­dung nach­hal­tig zu ver­bes­sern, bedarf es eines ganz­heit­li­chen Ansat­zes, der ver­schie­de­ne Berei­che des Unter­neh­mens berück­sich­tigt. Eine posi­ti­ve Unter­neh­mens­kul­tur, die von Wert­schät­zung, Ver­trau­en und Offen­heit geprägt ist, bil­det die Grund­la­ge für moti­vier­te und loya­le Mit­ar­bei­ter.

För­de­rung von Mit­ar­bei­ter­ent­wick­lung: Unter­neh­men soll­ten ihren Mit­ar­bei­tern viel­fäl­ti­ge Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten bie­ten, um ihre Fähig­kei­ten und Kom­pe­ten­zen aus­zu­bau­en. Dies kann in Form von Schu­lun­gen, Work­shops, Men­to­ring-Pro­gram­men oder auch der Über­nah­me von Ver­ant­wor­tung in Pro­jek­ten gesche­hen. Wich­tig ist, dass die Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten auf die indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se und Zie­le der Mit­ar­bei­ter abge­stimmt sind.

Imple­men­tie­rung von fle­xi­blen Arbeits­mo­del­len: Eine fle­xi­ble Gestal­tung der Arbeits­zeit und des Arbeits­or­tes kann die Work-Life-Balan­ce der Mit­ar­bei­ter ver­bes­sern und somit die Zufrie­den­heit und Moti­va­ti­on stei­gern. Home­of­fice, Teil­zeit­mo­del­le, Job­sha­ring und fle­xi­ble Arbeits­zei­ten sind nur eini­ge Bei­spie­le für fle­xi­ble Arbeits­mo­del­le, die Unter­neh­men anbie­ten kön­nen.

Aner­ken­nung von Leis­tun­gen: Die Aner­ken­nung von guten Leis­tun­gen ist ein wich­ti­ger Moti­va­ti­ons­fak­tor. Unter­neh­men soll­ten ihre Mit­ar­bei­ter regel­mä­ßig für ihre Erfol­ge loben und ihnen Feed­back geben. Dies kann in Form von per­sön­li­chen Gesprä­chen, öffent­li­chen Aus­zeich­nun­gen oder auch finan­zi­el­len Anrei­zen gesche­hen.

Ver­bes­se­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­on: Eine offe­ne und trans­pa­ren­te Kom­mu­ni­ka­ti­on ist ent­schei­dend für eine gute Zusam­men­ar­beit und ein posi­ti­ves Arbeits­kli­ma. Unter­neh­men soll­ten ihre Mit­ar­bei­ter regel­mä­ßig über wich­ti­ge Ent­wick­lun­gen infor­mie­ren und ihnen die Mög­lich­keit geben, sich aktiv ein­zu­brin­gen.

Stu­di­en zei­gen, dass Unter­neh­men mit einer hohen Mit­ar­bei­ter­bin­dung eine höhe­re Pro­duk­ti­vi­tät, eine gerin­ge­re Fluk­tua­ti­on und eine höhe­re Kun­den­zu­frie­den­heit auf­wei­sen. Eine Inves­ti­ti­on in die Mit­ar­bei­ter­bin­dung lohnt sich also in jedem Fall.

Die Rol­le der Füh­rungs­kraft bei der Mit­ar­bei­ter­bin­dung

Füh­rungs­kräf­te spie­len eine zen­tra­le Rol­le bei der Mit­ar­bei­ter­bin­dung. Sie sind die direk­ten Ansprech­part­ner für ihre Mit­ar­bei­ter und haben einen gro­ßen Ein­fluss auf deren Moti­va­ti­on, Enga­ge­ment und Zufrie­den­heit.

Wert­schät­zen­des Ver­hal­ten: Füh­rungs­kräf­te soll­ten ihren Mit­ar­bei­tern mit Respekt und Wert­schät­zung begeg­nen. Sie soll­ten ihre Leis­tun­gen aner­ken­nen, ihnen Feed­back geben und sie in ihrer Ent­wick­lung unter­stüt­zen.

Offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on: Füh­rungs­kräf­te soll­ten offen und trans­pa­rent mit ihren Mit­ar­bei­tern kom­mu­ni­zie­ren. Sie soll­ten sie über wich­ti­ge Ent­wick­lun­gen infor­mie­ren, ihnen die Mög­lich­keit geben, Fra­gen zu stel­len und ihre Mei­nung zu äußern.

För­de­rung von Eigen­ver­ant­wor­tung: Füh­rungs­kräf­te soll­ten ihren Mit­ar­bei­tern Eigen­ver­ant­wor­tung über­tra­gen und ihnen die Mög­lich­keit geben, Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Dies för­dert das Enga­ge­ment und die Moti­va­ti­on der Mit­ar­bei­ter.

Unter­stüt­zung der Mit­ar­bei­ter­ent­wick­lung: Füh­rungs­kräf­te soll­ten ihre Mit­ar­bei­ter in ihrer Ent­wick­lung unter­stüt­zen. Sie soll­ten ihnen Schu­lun­gen, Work­shops und Men­to­ring-Pro­gram­me anbie­ten und ihnen die Mög­lich­keit geben, neue Fähig­kei­ten zu erler­nen.

Eine gute Füh­rungs­kraft ist ein Vor­bild für ihre Mit­ar­bei­ter und trägt maß­geb­lich zu einer posi­ti­ven Unter­neh­mens­kul­tur bei.

Instru­men­te zur Mes­sung und Ver­bes­se­rung der Mit­ar­bei­ter­bin­dung

Um die Mit­ar­bei­ter­bin­dung zu mes­sen und Ver­bes­se­rungs­po­ten­zia­le zu iden­ti­fi­zie­ren, kön­nen Unter­neh­men ver­schie­de­ne Instru­men­te und Kenn­zah­len nut­zen.

Mit­ar­bei­ter­be­fra­gun­gen: Mit­ar­bei­ter­be­fra­gun­gen sind ein wich­ti­ges Instru­ment, um die Mei­nung und Zufrie­den­heit der Mit­ar­bei­ter zu erfas­sen. Sie kön­nen online oder off­line durch­ge­führt wer­den und lie­fern wert­vol­le Infor­ma­tio­nen über die Stär­ken und Schwä­chen des Unter­neh­mens.

Aus­tritts­ge­sprä­che: Aus­tritts­ge­sprä­che sind Gesprä­che mit Mit­ar­bei­tern, die das Unter­neh­men ver­las­sen. Sie die­nen dazu, die Grün­de für die Kün­di­gung zu erfah­ren und Ver­bes­se­rungs­po­ten­zia­le zu iden­ti­fi­zie­ren.

eNPS (Employee Net Pro­mo­ter Score): Der eNPS ist eine Kenn­zahl, die misst, wie wahr­schein­lich es ist, dass Mit­ar­bei­ter das Unter­neh­men als Arbeit­ge­ber wei­ter­emp­feh­len. Er wird ermit­telt, indem die Mit­ar­bei­ter gefragt wer­den: “Wie wahr­schein­lich ist es, dass Sie unser Unter­neh­men als Arbeit­ge­ber wei­ter­emp­feh­len?” Die Ant­wor­ten wer­den auf einer Ska­la von 0 bis 10 gege­ben.

Fluk­tua­ti­ons­ana­ly­sen: Fluk­tua­ti­ons­ana­ly­sen die­nen dazu, die Fluk­tua­ti­on im Unter­neh­men zu ana­ly­sie­ren und die Ursa­chen für die Kün­di­gun­gen zu ermit­teln.

Die Ergeb­nis­se der Mes­sun­gen und Ana­ly­sen soll­ten genutzt wer­den, um kon­kre­te Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Mit­ar­bei­ter­bin­dung zu ent­wi­ckeln und umzu­set­zen.

Mit­ar­bei­ter­bin­dung in Zei­ten des Wan­dels

Die Arbeits­welt befin­det sich in einem stän­di­gen Wan­del. Digi­ta­li­sie­rung, Remo­te-Arbeit und New Work-Kon­zep­te ver­än­dern die Art und Wei­se, wie wir arbei­ten. Unter­neh­men müs­sen sich die­sen Ver­än­de­run­gen anpas­sen, um die Mit­ar­bei­ter­bin­dung zu stär­ken.

Digi­ta­li­sie­rung: Die Digi­ta­li­sie­rung bie­tet Unter­neh­men die Mög­lich­keit, die Arbeits­pro­zes­se zu opti­mie­ren und die Kom­mu­ni­ka­ti­on zu ver­bes­sern. Sie kann aber auch zu Über­for­de­rung und Stress füh­ren. Unter­neh­men soll­ten daher dar­auf ach­ten, dass die Digi­ta­li­sie­rung nicht zu Las­ten der Mit­ar­bei­ter geht.

Remo­te-Arbeit: Remo­te-Arbeit bie­tet Mit­ar­bei­tern die Mög­lich­keit, von zu Hau­se aus zu arbei­ten. Dies kann die Work-Life-Balan­ce ver­bes­sern und die Zufrie­den­heit stei­gern. Unter­neh­men soll­ten jedoch sicher­stel­len, dass die Kom­mu­ni­ka­ti­on und Zusam­men­ar­beit auch bei Remo­te-Arbeit gewähr­leis­tet sind.

New Work-Kon­zep­te: New Work-Kon­zep­te stel­len die Bedürf­nis­se der Mit­ar­bei­ter in den Mit­tel­punkt. Sie för­dern Eigen­ver­ant­wor­tung, Krea­ti­vi­tät und Zusam­men­ar­beit. Unter­neh­men soll­ten sich mit den New Work-Kon­zep­ten aus­ein­an­der­set­zen und prü­fen, wel­che Kon­zep­te für sie geeig­net sind.

Unter­neh­men, die sich den Ver­än­de­run­gen der Arbeits­welt anpas­sen und die Bedürf­nis­se ihrer Mit­ar­bei­ter berück­sich­ti­gen, wer­den in der Lage sein, die Mit­ar­bei­ter­bin­dung zu stär­ken und im Wett­be­werb um die bes­ten Talen­te erfolg­reich zu sein.

Fazit

Die Mit­ar­bei­ter­bin­dung ist ein ent­schei­den­der Fak­tor für den Unter­neh­mens­er­folg. Unter­neh­men, die in die Mit­ar­bei­ter­bin­dung inves­tie­ren, pro­fi­tie­ren von einer höhe­ren Pro­duk­ti­vi­tät, einer gerin­ge­ren Fluk­tua­ti­on und einer höhe­ren Kun­den­zu­frie­den­heit.

In einer sich schnell ver­än­dern­den Arbeits­welt wird die Mit­ar­bei­ter­bin­dung immer wich­ti­ger. Unter­neh­men müs­sen sich den Ver­än­de­run­gen anpas­sen und die Bedürf­nis­se ihrer Mit­ar­bei­ter berück­sich­ti­gen, um die Mit­ar­bei­ter­bin­dung zu stär­ken und im Wett­be­werb um die bes­ten Talen­te erfolg­reich zu sein.

Es ist rat­sam, dass Unter­neh­men regel­mä­ßi­ge Mit­ar­bei­ter­be­fra­gun­gen durch­füh­ren, um die Zufrie­den­heit der Mit­ar­bei­ter zu mes­sen und Ver­bes­se­rungs­po­ten­zia­le zu iden­ti­fi­zie­ren. Außer­dem soll­ten Füh­rungs­kräf­te geschult wer­den, um eine wert­schät­zen­de und moti­vie­ren­de Füh­rungs­kul­tur zu för­dern. Nur so kann eine lang­fris­ti­ge Mit­ar­bei­ter­bin­dung gewähr­leis­tet wer­den.

Wei­ter­füh­ren­de Quel­len