Sie­mens baut welt­weit 6.000 Stel­len ab: Fokus auf Auto­ma­ti­sie­rung und Deutsch­land betrof­fen

Sie­mens baut welt­weit 6.000 Stel­len ab: Fokus auf Auto­ma­ti­sie­rung und Deutsch­land betrof­fen

Sie­mens plant den Abbau von 6.000 Stel­len welt­weit, wobei Deutsch­land mit 2.850 Stel­len beson­ders betrof­fen ist. Die­ser Schritt ist Teil einer grö­ße­ren stra­te­gi­schen Neu­aus­rich­tung, bei der der Fokus ver­stärkt auf Auto­ma­ti­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung gelegt wird. Der Stel­len­ab­bau soll vor allem die Spar­te Digi­tal Indus­tries betref­fen, die zuletzt schwä­chel­te. Die­ser Arti­kel beleuch­tet die Hin­ter­grün­de die­ser Ent­schei­dung, die Aus­wir­kun­gen auf die betrof­fe­nen Mit­ar­bei­ter und Regio­nen sowie die lang­fris­ti­gen stra­te­gi­schen Zie­le von Sie­mens.

Hin­ter­grün­de des Stel­len­ab­baus bei Sie­mens

Die Ent­schei­dung von Sie­mens, 6.000 Stel­len abzu­bau­en, ist pri­mär auf ver­än­der­te Markt­be­din­gun­gen und den wach­sen­den Bedarf an Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung zurück­zu­füh­ren. Die Wirt­schafts­la­ge, ins­be­son­de­re in eini­gen Schlüs­sel­märk­ten, hat sich abge­kühlt, was den Druck auf die Mar­gen erhöht. Um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu erhal­ten und sich auf zukunfts­träch­ti­ge Geschäfts­fel­der zu kon­zen­trie­ren, sieht sich Sie­mens gezwun­gen, Kos­ten zu sen­ken und Res­sour­cen umzu­ver­tei­len.

Eine umfas­sen­de Markt­ana­ly­se hat gezeigt, dass sich der Bedarf an klas­si­schen Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen in eini­gen Berei­chen ver­rin­gert, wäh­rend gleich­zei­tig die Nach­fra­ge nach Lösun­gen im Bereich Indus­trie 4.0 und digi­ta­ler Trans­for­ma­ti­on steigt. Sie­mens reagiert auf die­se Ent­wick­lung, indem das Unter­neh­men ver­stärkt in Auto­ma­ti­sie­rungstech­no­lo­gien, Soft­ware­lö­sun­gen und daten­ba­sier­te Ser­vices inves­tiert. Der Stel­len­ab­bau ist somit auch als ein not­wen­di­ger Schritt zu ver­ste­hen, um die inter­ne Struk­tur an die neu­en Anfor­de­run­gen anzu­pas­sen und die Inno­va­ti­ons­kraft des Unter­neh­mens zu stär­ken. Die Ver­schie­bung des Fokus hin zu höher­wer­ti­gen und mar­gen­stär­ke­ren Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen soll lang­fris­tig die Pro­fi­ta­bi­li­tät und das Wachs­tum von Sie­mens sichern.
Sie­mens: Auto­ma­ti­sie­rung im Fokus — 6000 Jobs sol­len weg­fal­len …

Aus­wir­kun­gen auf Deutsch­land und die betrof­fe­nen Mit­ar­bei­ter

Der Stel­len­ab­bau bei Sie­mens wird sich spür­bar auf den Arbeits­markt in Deutsch­land aus­wir­ken, ins­be­son­de­re in Regio­nen, in denen Sie­mens stark ver­tre­ten ist. Von den 6.000 welt­weit abzu­bau­en­den Stel­len ent­fal­len 2.850 auf Deutsch­land, was die Sor­ge um mög­li­che Job­ver­lus­te in den betrof­fe­nen Städ­ten und Bun­des­län­dern ver­stärkt.

Beson­ders betrof­fen ist Bay­ern, wo Sie­mens tra­di­tio­nell eine star­ke Prä­senz hat. Die genau­en Stand­or­te, an denen Stel­len weg­fal­len, sind noch nicht bekannt, aber es wird erwar­tet, dass vor allem Berei­che betrof­fen sind, die sich mit älte­ren Tech­no­lo­gien oder Pro­duk­ten befas­sen. Um die sozia­len Fol­gen des Stel­len­ab­baus zu mini­mie­ren, ver­han­delt Sie­mens mit den Mit­ar­bei­tern und Gewerk­schaf­ten über einen Sozi­al­plan. Die­ser soll unter ande­rem Abfin­dun­gen, Umschu­lungs­maß­nah­men und die Mög­lich­keit zum Vor­ru­he­stand beinhal­ten. Ziel ist es, den Über­gang für die betrof­fe­nen Mit­ar­bei­ter so sozi­al­ver­träg­lich wie mög­lich zu gestal­ten und ihnen neue Per­spek­ti­ven auf dem Arbeits­markt zu eröff­nen. Trotz die­ser Bemü­hun­gen ist der Stel­len­ab­bau für vie­le Mit­ar­bei­ter und ihre Fami­li­en eine schwie­ri­ge Situa­ti­on, die mit Unsi­cher­heit und Zukunfts­ängs­ten ver­bun­den ist. Die regio­na­len Aus­wir­kun­gen des Stel­len­ab­baus wer­den sich auch auf die loka­le Wirt­schaft und das sozia­le Gefü­ge aus­wir­ken.
Sie­mens streicht 6.000 Jobs – Bay­ern wohl stark betrof­fen | BR24

Stra­te­gi­sche Neu­aus­rich­tung: Fokus auf Auto­ma­ti­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung

Der Stel­len­ab­bau bei Sie­mens ist untrenn­bar mit einer stra­te­gi­schen Neu­aus­rich­tung ver­bun­den, die den Kon­zern fit für die Zukunft machen soll. Im Kern die­ser Neu­aus­rich­tung steht eine ver­stärk­te Kon­zen­tra­ti­on auf Auto­ma­ti­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung. Sie­mens plant, in den kom­men­den Jah­ren ver­stärkt in Berei­che wie künst­li­che Intel­li­genz (KI), Inter­net der Din­ge (IoT) und Cloud-Tech­no­lo­gien zu inves­tie­ren. Die­se Tech­no­lo­gien sol­len nicht nur die Effi­zi­enz der eige­nen Pro­zes­se stei­gern, son­dern auch neue Geschäfts­fel­der und Wachs­tums­chan­cen eröff­nen.

Ein wich­ti­ger Aspekt die­ser Stra­te­gie ist die Ent­wick­lung von Indus­trie 4.0‑Lösungen, die Unter­neh­men dabei unter­stüt­zen, ihre Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se zu opti­mie­ren und fle­xi­bler zu gestal­ten. Sie­mens bie­tet hier­für ein brei­tes Port­fo­lio an Soft­ware und Hard­ware, das von der Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­nik über die Daten­ana­ly­se bis hin zur ver­netz­ten Fabrik reicht. Ziel ist es, eine durch­gän­gi­ge digi­ta­le Wert­schöp­fungs­ket­te zu schaf­fen, die es Unter­neh­men ermög­licht, schnel­ler auf Markt­ver­än­de­run­gen zu reagie­ren und inno­va­ti­ve Pro­duk­te zu ent­wi­ckeln.

Die­se stra­te­gi­sche Neu­aus­rich­tung erfor­dert jedoch auch eine Anpas­sung der Unter­neh­mens­kul­tur und der Kom­pe­ten­zen der Mit­ar­bei­ter. Sie­mens inves­tiert daher in Aus- und Wei­ter­bil­dungs­pro­gram­me, um sei­ne Mit­ar­bei­ter für die neu­en Her­aus­for­de­run­gen der digi­ta­len Arbeits­welt zu qua­li­fi­zie­ren. Zudem wer­den neue Talen­te mit Exper­ti­se in den Berei­chen Auto­ma­ti­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung gesucht, um das Know-how im Unter­neh­men zu erwei­tern und die Inno­va­ti­ons­kraft zu stär­ken.

Ver­gleich mit ande­ren Unter­neh­men: Stel­len­ab­bau in der Indus­trie

Der Stel­len­ab­bau bei Sie­mens ist kein Ein­zel­fall, son­dern Teil eines brei­te­ren Trends in der Indus­trie. Vie­le ande­re Unter­neh­men sehen sich eben­falls gezwun­gen, Stel­len abzu­bau­en, um ihre Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu erhal­ten und sich an die ver­än­der­ten Markt­be­din­gun­gen anzu­pas­sen. Die Grün­de hier­für sind viel­fäl­tig und rei­chen von der Glo­ba­li­sie­rung über die Digi­ta­li­sie­rung bis hin zu kon­junk­tu­rel­len Schwan­kun­gen.

Ein Bei­spiel für ein Unter­neh­men, das eben­falls Stel­len abge­baut hat, ist Gene­ral Elec­tric (GE). Der US-ame­ri­ka­ni­sche Indus­trie­kon­zern hat in den letz­ten Jah­ren meh­re­re Restruk­tu­rie­rungs­pro­gram­me durch­ge­führt, um sei­ne Geschäfts­be­rei­che zu ver­schlan­ken und sich auf pro­fi­ta­ble Kern­be­rei­che zu kon­zen­trie­ren. Ähn­lich wie Sie­mens setzt GE ver­stärkt auf digi­ta­le Lösun­gen und Auto­ma­ti­sie­rung, um sei­ne Effi­zi­enz zu stei­gern und neue Geschäfts­fel­der zu erschlie­ßen.

Auch in der Auto­mo­bil­in­dus­trie gibt es zahl­rei­che Bei­spie­le für Stel­len­ab­bau auf­grund der Trans­for­ma­ti­on zur Elek­tro­mo­bi­li­tät. Unter­neh­men wie Volks­wa­gen und Daim­ler inves­tie­ren Mil­li­ar­den in die Ent­wick­lung von Elek­tro­au­tos und Bat­te­rie­tech­no­lo­gien, müs­sen aber gleich­zei­tig Stel­len in den Berei­chen Ver­bren­nungs­mo­to­ren und Getrie­be abbau­en. Die Umstel­lung auf Elek­tro­mo­bi­li­tät erfor­dert neue Kom­pe­ten­zen und eine Anpas­sung der Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se, was oft mit einem Stel­len­ab­bau ver­bun­den ist.

Die­se Bei­spie­le zei­gen, dass der Stel­len­ab­bau in der Indus­trie ein kom­ple­xes Phä­no­men ist, das von ver­schie­de­nen Fak­to­ren beein­flusst wird. Unter­neh­men müs­sen sich an die ver­än­der­ten Markt­be­din­gun­gen anpas­sen, um wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben. Dies erfor­dert oft schmerz­haf­te Ent­schei­dun­gen wie den Abbau von Stel­len.

Reak­tio­nen aus Poli­tik und Gesell­schaft

Der Stel­len­ab­bau bei Sie­mens hat in Poli­tik und Gesell­schaft unter­schied­li­che Reak­tio­nen her­vor­ge­ru­fen. Gewerk­schaf­ten kri­ti­sier­ten die Ent­schei­dung scharf und for­der­ten Sie­mens auf, alter­na­ti­ve Lösun­gen zu suchen, um die Arbeits­plät­ze zu erhal­ten. Sie argu­men­tie­ren, dass der Stel­len­ab­bau nicht nur für die betrof­fe­nen Mit­ar­bei­ter, son­dern auch für die regio­na­le Wirt­schaft nega­ti­ve Fol­gen haben wird.

Poli­ti­ker ver­schie­de­ner Par­tei­en äußer­ten sich eben­falls besorgt über den Stel­len­ab­bau. Sie beton­ten die Bedeu­tung von Sie­mens als wich­ti­ger Arbeit­ge­ber und for­der­ten das Unter­neh­men auf, sei­ner sozia­len Ver­ant­wor­tung gerecht zu wer­den. Eini­ge Poli­ti­ker schlu­gen vor, staat­li­che För­der­pro­gram­me zu nut­zen, um die betrof­fe­nen Mit­ar­bei­ter bei der Suche nach neu­en Arbeits­plät­zen zu unter­stüt­zen.

Die öffent­li­che Mei­nung zu dem Stel­len­ab­bau ist geteilt. Eini­ge Men­schen äußern Ver­ständ­nis für die unter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung, da Sie­mens sich an die ver­än­der­ten Markt­be­din­gun­gen anpas­sen müs­se. Ande­re kri­ti­sie­ren den Stel­len­ab­bau als unso­zi­al und for­dern mehr Soli­da­ri­tät mit den betrof­fe­nen Mit­ar­bei­tern.

Die Reak­tio­nen aus Poli­tik und Gesell­schaft zei­gen, dass der Stel­len­ab­bau bei Sie­mens ein sen­si­bles The­ma ist, das vie­le Men­schen bewegt. Es bleibt abzu­war­ten, wie sich die Situa­ti­on in den kom­men­den Mona­ten und Jah­ren ent­wi­ckeln wird und wel­che Maß­nah­men ergrif­fen wer­den, um die nega­ti­ven Fol­gen des Stel­len­ab­baus zu mini­mie­ren.

Wei­ter­füh­ren­de Quel­le: