Welttag der Patientensicherheit 2025: Aktuelles, Kampagnen und Initiativen

Welttag der Patientensicherheit 2025: Aktuelles, Kampagnen und Initiativen

Der Welt­tag der Pati­en­ten­si­cher­heit, jähr­lich am 17. Sep­tem­ber began­gen, rückt die Bedeu­tung siche­rer Gesund­heits­sys­te­me und ‑pro­zes­se in den Fokus. Er dient als glo­ba­le Platt­form, um das Bewusst­sein für ver­meid­ba­re Schä­den in der Gesund­heits­ver­sor­gung zu schär­fen und Initia­ti­ven zur Ver­bes­se­rung der Pati­en­ten­si­cher­heit zu för­dern. Im Jahr 2025 ist es ent­schei­dend, auf den Fort­schrit­ten der letz­ten Jah­re auf­zu­bau­en und neue Her­aus­for­de­run­gen, wie die Sicher­heit von Neu­ge­bo­re­nen und Kin­dern, anzu­ge­hen. Die­ser Arti­kel beleuch­tet die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen, Kam­pa­gnen und Initia­ti­ven rund um den Welt­tag der Pati­en­ten­si­cher­heit 2025 und gibt einen Aus­blick auf zukünf­ti­ge Bestre­bun­gen.

Das Motto 2025: „Sichere Versorgung für jedes Neugeborene und jedes Kind“

Der Welt­tag der Pati­en­ten­si­cher­heit 2025 steht unter dem Mot­to „Siche­re Ver­sor­gung für jedes Neu­ge­bo­re­ne und jedes Kind“. Die­ses The­ma rückt die Not­wen­dig­keit in den Vor­der­grund, die Pati­en­ten­si­cher­heit von beson­ders vul­ner­ablen Grup­pen inner­halb der Bevöl­ke­rung zu gewähr­leis­ten. Neu­ge­bo­re­ne und Kin­der sind auf­grund ihrer phy­sio­lo­gi­schen Beson­der­hei­ten, ihres Ent­wick­lungs­stan­des und ihrer Abhän­gig­keit von Betreu­ungs­per­so­nen einem erhöh­ten Risi­ko für ver­meid­ba­re Schä­den in der Gesund­heits­ver­sor­gung aus­ge­setzt.

Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) betont, dass ver­meid­ba­re Schä­den in der Gesund­heits­ver­sor­gung zu den häu­figs­ten Todes­ur­sa­chen bei Kin­dern welt­weit gehö­ren. Feh­ler bei der Medi­ka­ti­on, Infek­tio­nen, Kom­pli­ka­tio­nen bei der Geburt und unsach­ge­mä­ße Anwen­dung medi­zi­ni­scher Gerä­te stel­len erheb­li­che Gefah­ren dar. Die WHO schätzt, dass jähr­lich Mil­lio­nen von Kin­dern auf­grund von unsi­che­ren medi­zi­ni­schen Prak­ti­ken und man­geln­der Pati­en­ten­si­cher­heit unnö­tig lei­den oder ster­ben.

Das Mot­to 2025 zielt dar­auf ab, das Bewusst­sein für die­se Pro­ble­ma­tik zu schär­fen und kon­kre­te Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Sicher­heit von Neu­ge­bo­re­nen und Kin­dern zu för­dern. Dies umfasst die Imple­men­tie­rung evi­denz­ba­sier­ter Richt­li­ni­en und Pro­to­kol­le, die Schu­lung von medi­zi­ni­schem Per­so­nal in kin­der­spe­zi­fi­schen Sicher­heits­aspek­ten, die För­de­rung einer offe­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kul­tur zwi­schen Gesund­heits­dienst­leis­tern, Pati­en­ten und Fami­li­en sowie die Stär­kung der Pati­en­ten­be­tei­li­gung. Die WHO ruft alle Mit­glied­staa­ten, Gesund­heits­or­ga­ni­sa­tio­nen und Fach­kräf­te im Gesund­heits­we­sen dazu auf, sich aktiv an den Akti­vi­tä­ten rund um den Welt­tag der Pati­en­ten­si­cher­heit 2025 zu betei­li­gen und gemein­sam die Sicher­heit von Neu­ge­bo­re­nen und Kin­dern welt­weit zu ver­bes­sern.

Aktuelle Initiativen und Kampagnen zum Welttag der Patientensicherheit 2025

Im Vor­feld des Welt­tags der Pati­en­ten­si­cher­heit 2025 sind bereits zahl­rei­che Initia­ti­ven und Kam­pa­gnen gestar­tet wor­den, um das Bewusst­sein für die Pati­en­ten­si­cher­heit zu schär­fen und kon­kre­te Ver­bes­se­run­gen in der Gesund­heits­ver­sor­gung anzu­sto­ßen.

Eine zen­tra­le Rol­le spielt dabei die Akti­ons­wo­che Pati­en­ten­si­cher­heit, die vom 15. bis 19. Sep­tem­ber 2025 statt­fin­det und sich the­ma­tisch an das Mot­to der WHO anlehnt. Die Akti­ons­wo­che Pati­en­ten­si­cher­heit, koor­di­niert von Pati­en­ten­si­cher­heit Schweiz und dem Akti­ons­bünd­nis Pati­en­ten­si­cher­heit e.V., bie­tet eine Platt­form für viel­fäl­ti­ge Akti­vi­tä­ten und Ver­an­stal­tun­gen, die sich an Fach­kräf­te im Gesund­heits­we­sen, Pati­en­ten, Ange­hö­ri­ge und die brei­te Öffent­lich­keit rich­ten. Ziel ist es, gemein­sam über Risi­ken und Lösungs­an­sät­ze zu infor­mie­ren und die Pati­en­ten­si­cher­heit in den Fokus zu rücken.

Das Akti­ons­bünd­nis Pati­en­ten­si­cher­heit (APS) hat ver­schie­de­ne Kam­pa­gnen initi­iert, die sich auf spe­zi­fi­sche Aspek­te der Pati­en­ten­si­cher­heit kon­zen­trie­ren, wie bei­spiels­wei­se die siche­re Medi­ka­ti­on von Kin­dern, die Ver­mei­dung von noso­ko­mia­len Infek­tio­nen und die Ver­bes­se­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Ärz­ten und Pati­en­ten. Im Rah­men der Kam­pa­gnen wer­den Infor­ma­ti­ons­ma­te­ria­li­en, Schu­lun­gen und Work­shops ange­bo­ten, um das Wis­sen und die Kom­pe­ten­zen von Gesund­heits­dienst­leis­tern und Pati­en­ten zu stär­ken.

Auch inter­na­tio­na­le Gesund­heits­or­ga­ni­sa­tio­nen wie die WHO und die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on haben Initia­ti­ven ins Leben geru­fen, um die Pati­en­ten­si­cher­heit welt­weit zu ver­bes­sern. Die WHO hat bei­spiels­wei­se eine glo­ba­le Kam­pa­gne zur Redu­zie­rung von ver­meid­ba­ren Schä­den in der Gesund­heits­ver­sor­gung gestar­tet, die sich auf die Ent­wick­lung und Imple­men­tie­rung von evi­denz­ba­sier­ten Sicher­heits­stan­dards und ‑richt­li­ni­en kon­zen­triert. Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on för­dert For­schungs­pro­jek­te und Inno­va­ti­ons­vor­ha­ben, die dar­auf abzie­len, die Pati­en­ten­si­cher­heit durch den Ein­satz von Tech­no­lo­gie und digi­ta­len Lösun­gen zu ver­bes­sern.

Veranstaltungen und Konferenzen rund um den Welttag

Der Welt­tag der Pati­en­ten­si­cher­heit 2025 wird von einer Viel­zahl von Ver­an­stal­tun­gen und Kon­fe­ren­zen beglei­tet, die Fach­leu­te, Pati­en­ten­ver­tre­ter und poli­ti­sche Ent­schei­dungs­trä­ger zusam­men­brin­gen. Die­se Ver­an­stal­tun­gen die­nen als Platt­for­men für den Aus­tausch von Wis­sen, die Dis­kus­si­on aktu­el­ler Her­aus­for­de­run­gen und die Vor­stel­lung inno­va­ti­ver Lösungs­an­sät­ze.

Ein wich­ti­ger Ter­min ist die Akti­ons­wo­che Patient:innensicherheit 2025, die vom 15. bis 19. Sep­tem­ber 2025 statt­fin­det und sich the­ma­tisch an die Schwer­punkt­the­men der WHO anlehnt. Die Akti­ons­wo­che wird von Pati­en­ten­si­cher­heit Schweiz orga­ni­siert und bie­tet eine brei­te Palet­te von Akti­vi­tä­ten, dar­un­ter Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen, Work­shops und Dis­kus­si­ons­fo­ren.

Auch die Medi­zi­ni­sche Hoch­schu­le Han­no­ver (MHH) plant im Rah­men des Welt­tags der Pati­en­ten­si­cher­heit ver­schie­de­ne Ver­an­stal­tun­gen, die sich mit den spe­zi­fi­schen Her­aus­for­de­run­gen der Pati­en­ten­si­cher­heit in der Päd­ia­trie aus­ein­an­der­set­zen. Die­se Ver­an­stal­tun­gen rich­ten sich sowohl an medi­zi­ni­sches Fach­per­so­nal als auch an Eltern und Ange­hö­ri­ge.

Das Akti­ons­bünd­nis Pati­en­ten­si­cher­heit (APS) e.V., eine zen­tra­le Anlauf­stel­le für Pati­en­ten­si­cher­heit in Deutsch­land, orga­ni­siert eben­falls eine Rei­he von Fort­bil­dun­gen und Kon­fe­ren­zen rund um den Welt­tag. Die­se Ver­an­stal­tun­gen bie­ten die Mög­lich­keit, sich über aktu­el­le Ent­wick­lun­gen zu infor­mie­ren und sich mit ande­ren Exper­ten aus­zu­tau­schen. Akti­ons­bünd­nis Pati­en­ten­si­cher­heit – APS e.V. bie­tet Infor­ma­tio­nen und Kam­pa­gnen.

Neben die­sen natio­na­len und regio­na­len Ver­an­stal­tun­gen gibt es auch eine Rei­he inter­na­tio­na­ler Kon­fe­ren­zen, die sich mit dem The­ma Pati­en­ten­si­cher­heit befas­sen. Die­se Kon­fe­ren­zen bie­ten eine glo­ba­le Per­spek­ti­ve auf die Her­aus­for­de­run­gen und Chan­cen im Bereich der Pati­en­ten­si­cher­heit und ermög­li­chen den Aus­tausch von Best Prac­ti­ces.

Die Rolle von Technologie und Innovation für mehr Patientensicherheit

Tech­no­lo­gie und Inno­va­ti­on spie­len eine zuneh­mend wich­ti­ge Rol­le bei der Ver­bes­se­rung der Pati­en­ten­si­cher­heit. Digi­ta­le Über­wa­chungs­sys­te­me, Tele­me­di­zin und ver­bes­ser­te Infor­ma­ti­ons­sys­te­me tra­gen dazu bei, Risi­ken zu mini­mie­ren und die Qua­li­tät der Gesund­heits­ver­sor­gung zu ver­bes­sern.

Digi­ta­le Über­wa­chungs­sys­te­me ermög­li­chen die kon­ti­nu­ier­li­che Über­wa­chung von Pati­en­ten­pa­ra­me­tern wie Herz­fre­quenz, Blut­druck und Sau­er­stoff­sät­ti­gung. Die­se Sys­te­me kön­nen früh­zei­tig auf Ver­än­de­run­gen im Zustand des Pati­en­ten auf­merk­sam machen und so recht­zei­ti­ge Inter­ven­tio­nen ermög­li­chen.

Tele­me­di­zi­ni­sche Anwen­dun­gen ermög­li­chen es, Pati­en­ten aus der Fer­ne zu betreu­en und zu über­wa­chen. Dies ist beson­ders wich­tig für Pati­en­ten in länd­li­chen Gebie­ten oder für Pati­en­ten mit ein­ge­schränk­ter Mobi­li­tät. Tele­me­di­zi­ni­sche Anwen­dun­gen kön­nen auch dazu bei­tra­gen, die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Pati­en­ten und medi­zi­ni­schem Fach­per­so­nal zu ver­bes­sern.

Ver­bes­ser­te Infor­ma­ti­ons­sys­te­me ermög­li­chen den schnel­len und ein­fa­chen Zugriff auf Pati­en­ten­in­for­ma­tio­nen. Dies ist wich­tig für die Ver­mei­dung von Medi­ka­ti­ons­feh­lern und ande­ren ver­meid­ba­ren Schä­den. Elek­tro­ni­sche Pati­en­ten­ak­ten (ePA) spie­len hier­bei eine zen­tra­le Rol­le, indem sie alle rele­van­ten Infor­ma­tio­nen an einem Ort bün­deln und für auto­ri­sier­te Per­so­nen zugäng­lich machen.

Künst­li­che Intel­li­genz (KI) bie­tet eben­falls viel­ver­spre­chen­de Mög­lich­kei­ten zur Ver­bes­se­rung der Pati­en­ten­si­cher­heit. KI-gestütz­te Sys­te­me kön­nen bei­spiels­wei­se dazu bei­tra­gen, Risi­ken zu iden­ti­fi­zie­ren, Dia­gno­sen zu stel­len und Behand­lungs­plä­ne zu opti­mie­ren. Aller­dings ist es wich­tig, die ethi­schen und recht­li­chen Aspek­te des Ein­sat­zes von KI in der Gesund­heits­ver­sor­gung zu berück­sich­ti­gen.

Herausforderungen und Lösungsansätze in der Patientensicherheit

Trotz der Fort­schrit­te im Bereich der Pati­en­ten­si­cher­heit gibt es wei­ter­hin erheb­li­che Her­aus­for­de­run­gen. Kom­mu­ni­ka­ti­ons­feh­ler, Medi­ka­ti­ons­feh­ler und Infek­ti­ons­prä­ven­ti­on gehö­ren zu den häu­figs­ten Ursa­chen ver­meid­ba­rer Schä­den in der Gesund­heits­ver­sor­gung.

Kom­mu­ni­ka­ti­ons­feh­ler kön­nen auf­tre­ten, wenn Infor­ma­tio­nen zwi­schen medi­zi­ni­schem Fach­per­so­nal, Pati­en­ten und ihren Fami­li­en nicht klar und prä­zi­se aus­ge­tauscht wer­den. Um Kom­mu­ni­ka­ti­ons­feh­ler zu ver­mei­den, ist es wich­tig, stan­dar­di­sier­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­to­kol­le zu ver­wen­den und sicher­zu­stel­len, dass alle Betei­lig­ten die glei­chen Infor­ma­tio­nen haben. Soge­nann­te „Team Time Outs“ oder „Brie­fings“ vor kri­ti­schen Behand­lun­gen kön­nen hel­fen.

Medi­ka­ti­ons­feh­ler kön­nen auf­tre­ten, wenn Medi­ka­men­te falsch dosiert, ver­ab­reicht oder ver­ord­net wer­den. Um Medi­ka­ti­ons­feh­ler zu ver­mei­den, ist es wich­tig, die Medi­ka­men­ten­ver­ord­nung und ‑ver­ab­rei­chung sorg­fäl­tig zu über­prü­fen und sicher­zu­stel­len, dass Pati­en­ten über ihre Medi­ka­men­te infor­miert sind. Der Ein­satz von elek­tro­ni­schen Ver­ord­nungs­sys­te­men kann das Risi­ko von Medi­ka­ti­ons­feh­lern deut­lich redu­zie­ren.

Infek­ti­ons­prä­ven­ti­on ist ein wich­ti­ger Bestand­teil der Pati­en­ten­si­cher­heit. Kran­ken­haus­in­fek­tio­nen kön­nen zu schwe­ren Erkran­kun­gen und sogar zum Tod füh­ren. Um Infek­tio­nen zu ver­mei­den, ist es wich­tig, Hygie­ne­stan­dards ein­zu­hal­ten und sicher­zu­stel­len, dass Pati­en­ten und medi­zi­ni­sches Fach­per­so­nal über die Bedeu­tung der Hän­de­hy­gie­ne infor­miert sind. Die Ein­füh­rung von „Anti­bio­tic Stewardship“-Programmen kann hel­fen, den Ein­satz von Anti­bio­ti­ka zu opti­mie­ren und die Ent­ste­hung von resis­ten­ten Kei­men zu ver­hin­dern.

Inno­va­ti­ve Lösungs­an­sät­ze zur Ver­bes­se­rung der Pati­en­ten­si­cher­heit umfas­sen die Ent­wick­lung und Imple­men­tie­rung von Check­lis­ten, Pro­to­kol­len und Leit­li­ni­en. Die­se Instru­men­te hel­fen, Risi­ken zu mini­mie­ren und die Qua­li­tät der Gesund­heits­ver­sor­gung zu ver­bes­sern. Auch die För­de­rung einer Kul­tur der Sicher­heit, in der Feh­ler offen ange­spro­chen und ana­ly­siert wer­den, ist ent­schei­dend für die Ver­bes­se­rung der Pati­en­ten­si­cher­heit.

Weiterführende Quellen: