EU Klimaziele 2040: Ringen um 90 Prozent Reduktion – Einigung in letzter Minute

EU Klimaziele 2040: Ringen um 90 Prozent Reduktion – Einigung in letzter Minute

Die jüngs­ten, inten­siv geführ­ten Ver­hand­lun­gen der EU-Umwelt­mi­nis­ter über die EU Kli­ma­zie­le 2040 mar­kie­ren einen ent­schei­den­den Schritt in Euro­pas Kli­ma­po­li­tik. Im Zen­trum stand das poli­ti­sche Rin­gen um 90 Pro­zent Reduk­ti­on der Net­to-Treib­haus­gas­emis­sio­nen im Ver­gleich zu 1990. Die­se Ziel­vor­ga­be bringt weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen für alle Wirt­schafts­sek­to­ren – von der Ener­gie­er­zeu­gung über die Indus­trie bis hin zur Mobi­li­tät. Sie stieß auf erheb­li­chen Wider­stand in eini­gen Mit­glied­staa­ten.

Die letzt­end­li­che Eini­gung in letz­ter Minu­te ist ein poli­ti­scher Kom­pro­miss, der sowohl ambi­tio­nier­te Kli­ma­schutz­be­stre­bun­gen als auch sozio­öko­no­mi­sche Her­aus­for­de­run­gen wider­spie­gelt. Für Betriebs­rä­te und Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che ist es ent­schei­dend zu ver­ste­hen, wel­che legis­la­ti­ven Schrit­te nun fol­gen und wel­che tief­grei­fen­den Trans­for­ma­tio­nen die­ses 90 Pro­zent Reduk­ti­on-Ziel für die Arbeits­welt in den kom­men­den zwei Jahr­zehn­ten bedeu­tet, ins­be­son­de­re im Hin­blick auf Qua­li­fi­zie­rung und stra­te­gi­sche Per­so­nal­pla­nung.

Die politische Auseinandersetzung um 90 Prozent Reduktion

Das Ziel der EU-Kom­mis­si­on, die Net­to-Emis­sio­nen bis 2040 um 90 Pro­zent Reduk­ti­on gegen­über dem Niveau von 1990 zu sen­ken, führ­te im EU Umwelt­rat zu inten­si­ven Ver­hand­lun­gen. Der Kon­flikt mani­fes­tier­te sich pri­mär zwi­schen den Mit­glied­staa­ten, die auf maxi­mal ambi­tio­nier­te Kli­ma­schutz­maß­nah­men drän­gen, und den ener­gie- und indus­trie­ab­hän­gi­gen Län­dern, ins­be­son­de­re jenen, deren Ener­gie­ver­sor­gung noch stark von fos­si­len Ener­gie­trä­gern abhängt.

Der zen­tra­le Wider­stand basier­te auf wirt­schafts­po­li­ti­schen Argu­men­ten. Die Geg­ner des 90-Pro­zent-Ziels befürch­te­ten eine mas­si­ve Belas­tung der natio­na­len Indus­trien, was zu Nach­tei­len bei der inter­na­tio­na­len Wett­be­werbs­fä­hig­keit füh­ren könn­te. Staa­ten mit hohem Anteil an fos­si­len Ener­gie­trä­gern, ins­be­son­de­re Koh­le, warn­ten vor unver­hält­nis­mä­ßig stei­gen­den Ener­gie­kos­ten und einer unfai­ren Las­ten­ver­tei­lung. Sie for­der­ten fle­xi­ble Mecha­nis­men, die die unter­schied­li­chen Aus­gangs­la­gen der Mit­glied­staa­ten (his­to­ri­sche Emis­sio­nen, BIP, Struk­tur der Ener­gie­ver­sor­gung) stär­ker berück­sich­ti­gen.

Die Ver­hand­lun­gen dreh­ten sich auch um die zukünf­ti­ge Aus­ge­stal­tung des EU Emis­si­ons­han­dels­sys­tems (ETS) und der Las­ten­tei­lungs­ver­ord­nung. Die Fest­le­gung eines der­art hohen Reduk­ti­ons­ziels wirkt sich direkt auf die Knapp­heit der Emis­si­ons­zer­ti­fi­ka­te aus und deter­mi­niert somit den Preis für CO2. Ein stren­ger Reduk­ti­ons­kurs erzwingt höhe­re Inves­ti­tio­nen in die Dekar­bo­ni­sie­rung. Die lan­ge Ver­hand­lungs­dy­na­mik bis zur Eini­gung unter­strich die poli­ti­schen und öko­no­mi­schen Span­nun­gen, die mit dem Über­gang zur Kli­ma­neu­tra­li­tät ver­bun­den sind.

Quel­len:

Der Kompromiss und die Rolle des Kohlenstoffmanagements

Die erziel­te Eini­gung der Umwelt­mi­nis­ter beruht auf einem Kom­pro­miss, der das Ziel von 90 Pro­zent Reduk­ti­on bei­be­hält, jedoch ent­schei­den­de Fle­xi­bi­li­täts­me­cha­nis­men in der Umset­zung zulässt. Die zen­tra­le Ziel­de­fi­ni­ti­on fokus­siert auf die Reduk­ti­on von Net­to-Treib­haus­ga­sen.

Die Unter­schei­dung zwi­schen Brut­to- und Net­to-Emis­sio­nen ist für die Umset­zung ent­schei­dend. Net­to-Emis­sio­nen berück­sich­ti­gen neben den tat­säch­lich aus­ge­sto­ße­nen Gasen (Brut­to) auch die Ent­nah­men und Bin­dun­gen von CO2 aus der Atmo­sphä­re. Dies schafft Spiel­raum, ins­be­son­de­re durch die ver­stärk­te Nut­zung von Koh­len­stoff­ab­schei­dung und ‑spei­che­rung (CCS/CCU).

Die EU setzt stra­te­gisch auf CCS-Tech­no­lo­gien, um schwer zu dekar­bo­ni­sie­ren­de Indus­trien – wie Zement, Kalk oder bestimm­te Che­mie­pro­zes­se – zu ent­las­ten. Anstatt die Emis­sio­nen voll­stän­dig zu eli­mi­nie­ren, wer­den sie abge­schie­den und per­ma­nent gespei­chert. Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on plant, den recht­li­chen Rah­men für den Trans­port und die Spei­che­rung von CO2 zu schaf­fen. Dies ist eine direk­te Fol­ge des Kom­pro­mis­ses, da die Anrech­nung die­ser Spei­cher­leis­tung essen­zi­ell für das Errei­chen des 90-Pro­zent-Ziels ist.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Fle­xi­bi­li­täts­me­cha­nis­mus ist die Anrech­nung von Emis­sio­nen und Sen­ken aus der Land­nut­zung, Land­nut­zungs­än­de­rung und Forst­wirt­schaft (LULUCF). Gesun­de Wäl­der, Moo­re und Böden kön­nen gro­ße Men­gen CO2 spei­chern. Durch die ver­stärk­te Inwert­set­zung die­ser natür­li­chen Sen­ken kön­nen Mit­glied­staa­ten einen Teil ihrer Reduk­ti­ons­pflicht rech­ne­risch erfül­len. Damit wird die Not­wen­dig­keit für die Indus­trie, dras­ti­sche Brut­to-Emis­si­ons­sen­kun­gen vor­zu­neh­men, teil­wei­se abge­fe­dert.

Die Eini­gung in letz­ter Minu­te bin­det die Mit­glied­staa­ten for­mal an das ehr­gei­zi­ge 90-Pro­zent-Ziel, erlaubt jedoch indi­vi­du­el­le natio­na­le Pfa­de bei der Aus­wahl der Tech­no­lo­gien und der Nut­zung der Sen­ken. Das Ziel dient nun als Grund­la­ge für die Aus­ar­bei­tung kon­kre­ter Geset­zes­vor­schlä­ge durch die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on, die in den kom­men­den Mona­ten erwar­tet wer­den.

Quel­len:

Transformation der Schlüsselindustrien: Energie und Produktion

Die Errei­chung der EU Kli­ma­zie­le 2040, ins­be­son­de­re die 90 Pro­zent Reduk­ti­on der Net­to-Emis­sio­nen, erzwingt eine tief­grei­fen­de und oft dis­rup­ti­ve Trans­for­ma­ti­on der euro­päi­schen Schlüs­sel­in­dus­trien. Sek­to­ren, die his­to­risch auf fos­si­len Brenn­stof­fen basier­ten, ste­hen vor der voll­stän­di­gen Dekar­bo­ni­sie­rung ihrer Pro­duk­ti­ons­ket­ten. Dies betrifft ins­be­son­de­re die Grund­stoff­in­dus­trien wie Stahl, Zement, Che­mie sowie die gesam­te Ener­gie­ver­sor­gung.

Die industrielle Herausforderung

Die Indus­trie muss in den kom­men­den 15 Jah­ren ihre Pro­zes­se von der rei­nen Ver­bren­nung auf koh­len­stoff­freie Ener­gie­quel­len umstel­len. Die­ser Wan­del ist mit enor­men Inves­ti­ti­ons­be­darf und tech­no­lo­gi­schen Risi­ken ver­bun­den, da vie­le Pro­zes­se, die hohe Tem­pe­ra­tu­ren erfor­dern (z. B. in der Zement- oder Stahl­her­stel­lung), erst in Pilot­pro­jek­ten erprobt wer­den.

Ein zen­tra­ler Pfei­ler der Trans­for­ma­ti­on ist die mas­si­ve Ska­lie­rung von Grü­nem Was­ser­stoff. Was­ser­stoff, der mit­tels erneu­er­ba­rer Ener­gien erzeugt wird, dient als Ersatz für Erd­gas oder Koks. In der Stahl­in­dus­trie ermög­licht er bei­spiels­wei­se die Umstel­lung von Hoch­öfen auf Direkt­re­duk­ti­ons­an­la­gen. Die­se Umstel­lung ist nicht nur tech­nisch kom­plex, son­dern erfor­dert auch den Auf­bau völ­lig neu­er Infra­struk­tu­ren für den Trans­port und die Spei­che­rung von Was­ser­stoff. Das 90-Pro­zent-Ziel macht die Umstel­lung auf sol­che Pro­zes­se zur stra­te­gi­schen Not­wen­dig­keit für die Wett­be­werbs­fä­hig­keit von Unter­neh­men in Euro­pa.

Dekarbonisierung der Energieversorgung

Par­al­lel zur indus­tri­el­len Dekar­bo­ni­sie­rung muss die Ener­gie­wirt­schaft ihre Kapa­zi­tä­ten dras­tisch aus­bau­en und umstruk­tu­rie­ren. Die For­cie­rung der Elek­tri­fi­zie­rung von Indus­trie, Ver­kehr und Wär­me wird zur Fol­ge haben, dass der Bedarf an emis­si­ons­frei­em Strom stark ansteigt. Dies bedeu­tet eine Ver­viel­fa­chung der Kapa­zi­tä­ten für Wind- und Solar­ener­gie sowie eine deut­li­che Beschleu­ni­gung des Netz­aus­baus.

Die EU Kli­ma­zie­le 2040 sehen vor, dass die Ener­gie­er­zeu­gung bis dahin nahe­zu voll­stän­dig dekar­bo­ni­siert sein muss. Dies impli­ziert den voll­stän­di­gen Aus­stieg aus fos­si­len Ener­gie­trä­gern, auch in Län­dern, die noch stark auf Koh­le oder Gas set­zen. Die Unter­neh­men sind gezwun­gen, ihre Geschäfts­mo­del­le neu zu defi­nie­ren und früh­zei­tig in Spei­cher­lö­sun­gen, Smart Grids und Power-to-X-Tech­no­lo­gien zu inves­tie­ren. Die Geschwin­dig­keit und die Robust­heit die­ser Inves­ti­tio­nen sind ent­schei­dend für die Errei­chung der Net­to-Null-Zie­le der EU.

Arbeitswelt im Wandel: Herausforderungen für Betriebsräte und HR

Die tief­grei­fen­den tech­no­lo­gi­schen und wirt­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen, die durch die EU Kli­ma­zie­le 2040 aus­ge­löst wer­den, wir­ken sich unmit­tel­bar auf die Arbeits­platz­si­cher­heit, die Qua­li­fi­ka­ti­ons­an­for­de­run­gen und die Per­so­nal­stra­te­gie von Unter­neh­men aus. Betriebs­rä­te und Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che ste­hen vor der zen­tra­len Auf­ga­be, die­sen Struk­tur­wan­del aktiv zu mana­gen und einen gerech­ten Über­gang (Just Tran­si­ti­on) sicher­zu­stel­len.

Proaktive Personalplanung und Qualifizierung

Der Umbau von Pro­duk­ti­ons­an­la­gen (sie­he Abschnitt 4) führt zu einem rapi­den Wan­del der benö­tig­ten Fach­kräf­te. Beru­fe, die mit fos­si­len Tech­no­lo­gien ver­bun­den sind, erfah­ren einen Bedeu­tungs­ver­lust, wäh­rend neue Pro­fi­le, etwa im Bereich grü­ner Was­ser­stoff-Tech­no­lo­gien, Bat­te­rie­ent­wick­lung, Netz­in­fra­struk­tur oder Kreis­lauf­wirt­schaft, drin­gend benö­tigt wer­den. Es ent­steht ein mas­si­ver Fach­kräf­te­man­gel in den grü­nen Schlüs­sel­tech­no­lo­gien.

Die stra­te­gi­sche Per­so­nal­pla­nung, die in Deutsch­land der Mit­be­stim­mung des Betriebs­rats unter­liegt (BetrVG § 92), muss die­se Ent­wick­lun­gen anti­zi­pie­ren. Betriebs­rä­te kön­nen hier aktiv ihre Rech­te nut­zen, um früh­zei­tig die Aus­wir­kun­gen auf die Beleg­schaft zu ana­ly­sie­ren und ent­spre­chen­de Maß­nah­men zu for­dern.

Hand­lungs­fel­der für Betriebs­rä­te und HR:

  1. Bedarfs­ana­ly­se: Gemein­sa­me Ana­ly­se des zukünf­ti­gen Qua­li­fi­ka­ti­ons­be­darfs, basie­rend auf der Unter­neh­mens­stra­te­gie zur Dekar­bo­ni­sie­rung.
  2. Umschu­lung und Wei­ter­bil­dung: Ein­rich­tung umfang­rei­cher inter­ner oder exter­ner Qua­li­fi­zie­rungs­pro­gram­me. Der Betriebs­rat hat gemäß BetrVG § 97 ein Recht auf Bera­tung und Mit­spra­che bei der Ein­füh­rung von Maß­nah­men der betrieb­li­chen Berufs­bil­dung.
  3. Stand­ort- und Arbeits­platz­si­cher­heit: Wo gan­ze Pro­duk­ti­ons­zwei­ge oder Stand­or­te von der Schlie­ßung bedroht sind (etwa Koh­le­kraft­wer­ke oder bestimm­te Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer), muss der Betriebs­rat nach BetrVG § 111 (Betriebs­än­de­run­gen) Ver­hand­lun­gen über einen Inter­es­sen­aus­gleich und einen Sozi­al­plan füh­ren, um die sozia­len und wirt­schaft­li­chen Nach­tei­le für die Arbeit­neh­mer abzu­mil­dern.

Sicherung des „Just Transition“

Der Begriff Just Tran­si­ti­on bedeu­tet, dass die Kos­ten und Las­ten des Kli­ma­wan­dels nicht ein­sei­tig von den Arbeit­neh­mern getra­gen wer­den dür­fen. Dies erfor­dert die Nut­zung von euro­päi­schen För­der­pro­gram­men (wie dem Just Tran­si­ti­on Fund) zur Finan­zie­rung von Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men und zur Unter­stüt­zung struk­tur­schwa­cher Regio­nen.

Für Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che bedeu­tet dies, eine Kul­tur des kon­ti­nu­ier­li­chen Ler­nens zu eta­blie­ren. Anstatt auf Ent­las­sun­gen zu set­zen, soll­te der Fokus auf inner­be­trieb­li­che Trans­for­ma­ti­on und die Umschu­lung bestehen­der Mit­ar­bei­ter lie­gen, um wert­vol­les Fach­wis­sen zu erhal­ten. Die Ver­an­ke­rung die­ser Prin­zi­pi­en in den Betriebs­ver­ein­ba­run­gen sichert die Zukunfts­fä­hig­keit des Unter­neh­mens bei gleich­zei­ti­ger Wah­rung der sozia­len Ver­ant­wor­tung.

Arbeitswelt im Wandel: Herausforderungen für Betriebsräte und HR

Die tief­grei­fen­de Trans­for­ma­ti­on der Wirt­schaft, die durch das 90 Pro­zent Reduk­ti­on-Ziel aus­ge­löst wird, ver­än­dert die Arbeits­land­schaft fun­da­men­tal. Wäh­rend neue Indus­trie­zwei­ge ent­ste­hen, ste­hen tra­di­tio­nel­le, ener­gie­in­ten­si­ve Sek­to­ren vor der Her­aus­for­de­rung, Geschäfts­mo­del­le und Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se radi­kal umzu­stel­len. Dies hat unmit­tel­ba­re Fol­gen für die Arbeits­platz­si­cher­heit und die benö­tig­ten Qua­li­fi­ka­tio­nen.

Für Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che (HR) und Betriebs­rä­te steht die Gestal­tung eines Gerech­ten Über­gangs (Just Tran­si­ti­on) im Vor­der­grund. Ziel ist es, den sozia­len Aus­gleich sicher­zu­stel­len und zu ver­hin­dern, dass die Las­ten des Kli­ma­schut­zes ein­sei­tig von Beschäf­tig­ten getra­gen wer­den. Dies erfor­dert pro­ak­ti­ve Maß­nah­men in der Stra­te­gi­schen Per­so­nal­pla­nung.

Nach dem Betriebs­ver­fas­sungs­ge­setz (BetrVG) hat der Betriebs­rat weit­rei­chen­de Mit­be­stim­mungs­rech­te bei der Per­so­nal­pla­nung (§ 92 BetrVG) und bei Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men (§ 97 BetrVG). Die­se Rech­te müs­sen genutzt wer­den, um früh­zei­tig auf den abseh­ba­ren Wan­del zu reagie­ren. Die Dekar­bo­ni­sie­rung schafft einen immensen Bedarf an neu­en Fach­kräf­ten, ins­be­son­de­re in den Berei­chen:

  1. Grü­ner Was­ser­stoff und syn­the­ti­sche Kraft­stof­fe: Tech­ni­ker für Elek­tro­ly­seu­re, Logis­tik und Anla­gen­be­trieb.
  2. Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Digi­ta­li­sie­rung: Exper­ten für Smart Grids und indus­tri­el­le Pro­zess­op­ti­mie­rung.
  3. Kreis­lauf­wirt­schaft: Fach­kräf­te für Mate­ri­al­wis­sen­schaft und Res­sour­cen­scho­nung.

Unter­neh­men müs­sen mas­si­ve Umschu­lungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­pro­gram­me auf­le­gen. Betriebs­rä­te müs­sen dar­auf ach­ten, dass die­se Pro­gram­me allen betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten zugäng­lich sind, um den dro­hen­den Fach­kräf­te­man­gel abzu­fe­dern und Ent­las­sun­gen zu ver­mei­den. Die enge Ver­zah­nung von Qua­li­fi­zie­rung und Tech­no­lo­gie­ein­füh­rung ist essen­zi­ell für den Erfolg der Trans­for­ma­ti­on.

Fazit: Das 90-Prozent-Ziel als Fahrplan für die Dekade

Die Eini­gung der EU-Umwelt­mi­nis­ter auf die Leit­plan­ken für das 90 Pro­zent Reduk­ti­ons‑Ziel bis 2040 ist ein ent­schei­den­der poli­ti­scher Mei­len­stein. Sie bekräf­tigt den Fahr­plan Euro­pas zur Kli­ma­neu­tra­li­tät bis 2050. Trotz des inten­si­ven Rin­gens wur­de ein Kom­pro­miss gefun­den, der die not­wen­di­ge Ambi­ti­on mit dem Ein­ge­ständ­nis der unter­schied­li­chen natio­na­len Gege­ben­hei­ten (etwa durch die Fle­xi­bi­li­tät im Koh­len­stoff­ma­nage­ment) ver­bin­det.

Das Ziel sen­det ein kla­res und unmiss­ver­ständ­li­ches Signal an die Wirt­schaft: Die Trans­for­ma­ti­on ist unum­kehr­bar und muss beschleu­nigt wer­den. Die kom­men­den Jah­re erfor­dern enor­me Inves­ti­tio­nen in Grü­nen Was­ser­stoff, CCS/C­CU-Tech­no­lo­gien und die Elek­tri­fi­zie­rung indus­tri­el­ler Pro­zes­se. Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on wird auf Basis die­ses Ziels die legis­la­ti­ven Vor­schlä­ge erar­bei­ten und die natio­na­len Umset­zungs­pflich­ten defi­nie­ren.

Für Unter­neh­men und ihre Beleg­schaf­ten bedeu­tet dies, dass stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen heu­te getrof­fen wer­den müs­sen, um mor­gen wett­be­werbs­fä­hig zu sein. Die Zukunfts­fä­hig­keit deut­scher und euro­päi­scher Betrie­be hängt direkt von der Geschwin­dig­keit und Effi­zi­enz der Dekar­bo­ni­sie­rung ab. Der Sozia­le Dia­log und die akti­ve Mit­ge­stal­tung des Wan­dels durch Betriebs­rä­te sind dabei unver­zicht­bar, um die Just Tran­si­ti­on zu gewähr­leis­ten und den Auf­bau neu­er, nach­hal­ti­ger Arbeits­plät­ze zu sichern. Die Eini­gung ist der Start­schuss für die Deka­de der indus­tri­el­len Neu­aus­rich­tung.

Weiterführende Quellen

Zur Ver­tie­fung der Hin­ter­grün­de der poli­ti­schen Eini­gung und der weit­rei­chen­den Kon­se­quen­zen für Unter­neh­men und Beschäf­tig­te die­nen fol­gen­de Berich­te:

Kli­ma­wan­del: EU-Län­der rin­gen um Kli­ma­zie­le – Eini­gung in letz­ter …
https://www.oz-online.de/artikel/1605182/EU-Laender-ringen-um-Klimaziele-Einigung-in-letzter-Minute
Die­ser Arti­kel betont die Not­wen­dig­keit, sich auf die Kli­ma­zie­le fest­zu­le­gen, und den Spiel­raum, den Brüs­sel den EU-Län­dern bei der Umset­zung zuge­ste­hen will.

EU-Län­der rin­gen um Kli­ma­zie­le – Eini­gung in letz­ter Minu­te? | RPR1.
https://www.rpr1.de/nachrichten/dpa-politik/eu-laender-ringen-um-klimaziele-einigung-in-letzter-minute
Die Quel­le berich­tet über die har­ten Ver­hand­lun­gen der Umwelt­mi­nis­ter über die Emis­si­ons­re­du­zie­rung von 90 Pro­zent oder weni­ger bis 2040.

ROUNDUP 2: EU-Län­der rin­gen um Kli­ma­zie­le – Eini­gung in letz­ter …
https://www.comdirect.de/inf/news/detail.html?ID_NEWS=1154689196
Die­se Mel­dung fasst die Ver­hand­lun­gen zusam­men, die sich um die genaue Höhe der Treib­haus­gas­re­duk­ti­on bis 2040 dreh­ten.

EU-Län­der rin­gen um Kli­ma­zie­le – Eini­gung in letz­ter Minu­te? | Onetz
https://www.onetz.de/deutschland-welt/eu-laender-ringen-um-klimaziele-einigung-letzter-minute-id5222291.html
Der Bericht wie­der­holt die zen­tra­len Her­aus­for­de­run­gen und die poli­ti­sche Dring­lich­keit der Fest­le­gung der EU-Kli­ma­zie­le.

Kli­ma­wan­del: EU-Län­der rin­gen um Kli­ma­zie­le – Eini­gung in letz­ter …
https://www.rhein-zeitung.de/deutschland-welt/politik/eu-laender-ringen-um-klimaziele-einigung-in-letzter-minute_arid-4080410.html
Die­se Quel­le unter­streicht die Not­wen­dig­keit, zwei Kli­ma­zie­le fest­zu­le­gen, und die Rol­le der Umwelt­mi­nis­ter bei der Eini­gung.