Jugendtrendstudie 2025: Die Ängste, die extreme Wahl und die Zukunft der Generation Z

Jugendtrendstudie 2025: Die Ängste, die extreme Wahl und die Zukunft der Generation Z

Die Jugend­Trend­stu­die 2025 des Insti­tuts für Gene­ra­tio­nen­for­schung lie­fert einen kri­ti­schen Ein­blick in die Gefühls­welt und die poli­ti­schen Ein­stel­lun­gen der Gene­ra­ti­on Z. Die Ergeb­nis­se der reprä­sen­ta­ti­ven Befra­gung zeich­nen das Bild einer jun­gen Bevöl­ke­rung, die tief ver­un­si­chert ist und das Ver­trau­en in eta­blier­te poli­ti­sche Pro­zes­se ver­liert. Ins­be­son­de­re die Zunah­me von Ängs­ten im Hin­blick auf die per­sön­li­che Sicher­heit und der Trend zur extre­men Wahl bei jün­ge­ren Erst­wäh­lern signa­li­sie­ren eine tief­grei­fen­de gesell­schaft­li­che Ver­schie­bung. Dies wirft für Betriebs­rä­te und Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che die zen­tra­le Fra­ge auf: Wie kön­nen Unter­neh­men eine Gene­ra­ti­on Z erfolg­reich füh­ren und bin­den, deren Zukunfts­er­war­tun­gen von gesell­schaft­li­cher Angst und poli­ti­scher Ent­täu­schung geprägt sind? Der fol­gen­de Arti­kel ana­ly­siert die Kern­er­geb­nis­se der Stu­die und lei­tet dar­aus not­wen­di­ge Impli­ka­tio­nen für die Arbeits­welt ab.

Die Generation Z im Fokus: Zwischen Unsicherheit und psychischer Belastung

Die Ana­ly­se der Jugend­trend­stu­die 2025 zeigt, dass die Gene­ra­ti­on Z unter einer signi­fi­kant erhöh­ten Psy­chi­schen Belas­tung lei­det. Die­se Belas­tung geht über die klas­si­schen Ent­wick­lungs­auf­ga­ben jun­ger Erwach­se­ner hin­aus. Sie mani­fes­tiert sich in einer laten­ten, all­ge­gen­wär­ti­gen Unsi­cher­heit, die ver­schie­de­ne Lebens­be­rei­che durch­dringt.

Pri­mä­re Quel­len des Stres­ses sind dem­nach nicht nur der Leis­tungs­druck im Bil­dungs- oder Arbeits­kon­text. Viel­mehr sor­gen mul­ti­ple glo­ba­le und öko­no­mi­sche Kri­sen für eine tie­fe Ver­un­si­che­rung. Die Zukunfts­angst ist gekop­pelt an rea­le Bedro­hun­gen wie Kli­ma­wan­del, geo­po­li­ti­sche Kon­flik­te und die Sor­ge vor einem öko­no­mi­schen Abstieg. Die­se Gene­ra­ti­on befürch­tet mehr­heit­lich, dass ihr Lebens­stan­dard unter dem ihrer Eltern lie­gen wird.

Für Unter­neh­men und Betriebs­rä­te sind die­se Befun­de hoch­re­le­vant. Die erhöh­te psy­chi­sche Anfäl­lig­keit schlägt sich direkt in Fehl­zei­ten, ver­min­der­ter Pro­duk­ti­vi­tät und Sinn­kri­sen nie­der. Die tra­di­tio­nel­len Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien oder gesell­schaft­li­chen Sicher­hei­ten ver­lie­ren an Bedeu­tung. Dies erfor­dert von Arbeit­ge­bern eine pro­ak­ti­ve Her­an­ge­hens­wei­se beim The­ma Wohl­be­fin­den und psy­chi­sche Gesund­heit.

Nach § 5 Absatz 3 Num­mer 6 des Arbeits­schutz­ge­set­zes (ArbSchG) müs­sen Arbeit­ge­ber die psy­chi­schen Belas­tun­gen bei der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung berück­sich­ti­gen. Betriebs­rä­te kön­nen auf Basis die­ser Stu­di­en­ergeb­nis­se die Not­wen­dig­keit ver­schärf­ter Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men ablei­ten. Dazu gehö­ren:

  1. Regel­mä­ßi­ge psy­chi­sche Gefähr­dungs­be­ur­tei­lun­gen: Sie iden­ti­fi­zie­ren Belas­tungs­fak­to­ren im Arbeits­um­feld, die durch gesell­schaft­li­chen Stress zusätz­lich ver­stärkt wer­den.
  2. Bereit­stel­lung von Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten: Nie­der­schwel­li­ge Zugän­ge zu psy­cho­lo­gi­scher Bera­tung oder Employee Assis­tance Pro­grams (EAP) sind not­wen­dig, um hohe Hür­den für Hil­fe­su­chen­de abzu­bau­en.
  3. Füh­rungs­kräf­te­schu­lun­gen: Vor­ge­setz­te müs­sen ler­nen, Anzei­chen von Über­for­de­rung und chro­ni­schem Stress früh­zei­tig zu erken­nen und sen­si­bel dar­auf zu reagie­ren.

Die Gene­ra­ti­on Z sucht im Arbeits­le­ben zuneh­mend einen Anker­punkt, der die gesell­schaft­li­che Unsi­cher­heit kom­pen­siert. Der Wunsch nach kla­ren Struk­tu­ren, Wert­schät­zung und Sinn­stif­tung im Job wird damit zur essen­zi­el­len Bedin­gung für Mit­ar­bei­ter­bin­dung. Unter­neh­men, die die­se Bedürf­nis­se igno­rie­ren, ris­kie­ren nicht nur hohe Fluk­tua­ti­on, son­dern auch eine Zunah­me psy­chisch beding­ter Aus­fäl­le.

Politische Entfremdung und die extreme Wahl: Analyse des Stimmungsbildes

Ein zen­tra­les und besorg­nis­er­re­gen­des Ergeb­nis der Jugend­trend­stu­die 2025 ist der Trend zur extre­men Wahl. Die Stu­die belegt eine deut­li­che Zunah­me an jun­gen Wäh­lern, die ihre Stim­me Pro­test­par­tei­en am rech­ten oder lin­ken Rand des poli­ti­schen Spek­trums geben. Die­se Ent­wick­lung ist Aus­druck einer tief ver­wur­zel­ten Poli­ti­schen Ent­frem­dung.

Die jun­ge Gene­ra­ti­on fühlt sich von den eta­blier­ten demo­kra­ti­schen Par­tei­en nur unzu­rei­chend reprä­sen­tiert. Ihre spe­zi­fi­schen The­men und exis­ten­zi­el­len Sor­gen wer­den als nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt wahr­ge­nom­men. Dies führt zur Frus­tra­ti­on und zur Über­zeu­gung, dass nur radi­ka­le Kurs­wech­sel oder dis­rup­ti­ve Akteu­re die not­wen­di­gen Ver­än­de­run­gen her­bei­füh­ren kön­nen.

Die Ursa­chen für die­se poli­ti­sche Unzu­frie­den­heit sind viel­fäl­tig:

  • Wahr­ge­nom­me­ne Hand­lungs­un­fä­hig­keit: Jun­ge Men­schen sehen lang­wie­ri­ge poli­ti­sche Pro­zes­se, die ange­sichts drän­gen­der Kri­sen (z. B. Kli­ma­kri­se, Woh­nungs­not) als zu lang­sam oder inef­fek­tiv emp­fun­den wer­den.
  • Man­geln­de Berück­sich­ti­gung von Zukunfts­the­men: The­men wie die Bewäl­ti­gung der Infla­ti­on, die Aus­wir­kun­gen Künst­li­cher Intel­li­genz auf den Arbeits­markt oder gene­ra­tio­nen­ge­rech­te Ren­ten­sys­te­me fin­den aus Sicht der Gen Z in der Tages­po­li­tik zu wenig Gewicht.
  • Pro­test­wahl: Die extre­me Wahl fun­giert oft als Ven­til für Frus­tra­ti­on und als Signal an das poli­ti­sche Estab­lish­ment. Sie ist weni­ger ein Aus­druck fes­ter ideo­lo­gi­scher Über­zeu­gung als viel­mehr eine Reak­ti­on auf man­geln­de Reprä­sen­ta­ti­on.

Die Stu­di­en­ergeb­nis­se bele­gen, dass die Ent­täu­schung über die Poli­tik die Rän­der des Par­tei­en­spek­trums stärkt. Dies geht aus Ana­ly­sen her­vor, die dar­auf hin­wei­sen, dass die jun­ge Gene­ra­ti­on extre­mer wählt, weil ihre Inter­es­sen in der eta­blier­ten poli­ti­schen Land­schaft kaum berück­sich­tigt wer­den.

Die Radi­ka­li­sie­rung von Tei­len der jun­gen Wäh­ler­schaft stellt auch für das betrieb­li­che Mit­ein­an­der eine Her­aus­for­de­rung dar. Poli­ti­sche Mei­nun­gen sind grund­sätz­lich durch das Grund­ge­setz geschützt. Den­noch kann das Tra­gen poli­ti­scher Sym­bo­le oder das Äußern extre­mis­ti­scher Ansich­ten, die den Betriebs­frie­den stö­ren oder Kol­le­gen dis­kri­mi­nie­ren, arbeits­recht­li­che Kon­se­quen­zen nach sich zie­hen.

Betriebs­rä­te und Arbeit­ge­ber müs­sen sicher­stel­len, dass der Arbeits­platz ein poli­tisch neu­tra­ler Raum bleibt. Hier gilt die Für­sor­ge­pflicht des Arbeit­ge­bers, die betrieb­li­che Ord­nung auf­recht­zu­er­hal­ten und Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund poli­ti­scher Gesin­nung zu ver­hin­dern (AGB-Kon­for­mi­tät, § 75 BetrVG). Die Her­aus­for­de­rung liegt dar­in, Poli­ti­sche Ent­frem­dung zu erken­nen, ohne das Äußern lega­ler poli­ti­scher Mei­nun­gen ein­zu­schrän­ken. Die Stu­di­en­ergeb­nis­se legen nahe, dass die gesell­schaft­li­che Spal­tung künf­tig ver­mehrt in den Arbeits­all­tag getra­gen wird.

Sicherheit, Migration und der öffentliche Raum: Neue Quellen der Furcht

Die tief sit­zen­de Ver­un­si­che­rung der Gene­ra­ti­on Z mani­fes­tiert sich nicht nur in poli­ti­schen oder öko­no­mi­schen Ängs­ten, son­dern ver­stärkt sich mas­siv im Bereich der per­sön­li­chen Sicher­heit. Die Ergeb­nis­se der Jugend­trend­stu­die 2025 zei­gen, dass jun­ge Men­schen eine mas­si­ve Dis­kre­panz zwi­schen sta­tis­ti­scher Kri­mi­na­li­tät und ihrer sub­jek­ti­ven Kri­mi­na­li­täts­wahr­neh­mung erle­ben. Obwohl die poli­zei­li­che Kri­mi­nal­sta­tis­tik (PKS) eine kom­ple­xe Gemenge­la­ge zeich­net, berich­ten jun­ge Men­schen von einer dras­tisch erhöh­ten gefühl­ten Bedro­hung im öffent­li­chen Raum.

Die­se Angst betrifft jun­ge Frau­en in beson­ders hohem Maße. Die Stu­die lie­fert alar­mie­ren­de Zah­len: Mehr als 90 Pro­zent der befrag­ten jun­gen Frau­en berich­ten von star­ker bis extre­mer Angst, wenn sie nachts auf unbe­kann­te Män­ner tref­fen. Dies weist auf eine mas­si­ve Stö­rung des Ver­trau­ens in die öffent­li­che Sicher­heit und die gesell­schaft­li­che Infra­struk­tur hin.

Die Kon­se­quen­zen sind unmit­tel­bar: Die Furcht schränkt die Mobi­li­tät, die Selbst­be­stim­mung und die gesell­schaft­li­che Teil­ha­be jun­ger Frau­en ein. Für Arbeit­ge­ber ist dies nicht nur eine gesell­schaft­li­che, son­dern auch eine arbeits­recht­li­che und BGM-rele­van­te Fra­ge. Nach dem Arbeits­schutz­ge­setz (§ 3 ArbSchG) sind Arbeit­ge­ber ver­pflich­tet, geeig­ne­te Maß­nah­men zur Gewähr­leis­tung der Sicher­heit und des Gesund­heits­schut­zes der Beschäf­tig­ten zu tref­fen. Dies umfasst impli­zit auch die psy­cho­lo­gi­sche Ent­las­tung und die siche­re Gestal­tung von Arbeits­we­gen, beson­ders wenn Schicht­ar­beit oder spä­te Arbeits­zei­ten anfal­len.

Betriebs­rä­te soll­ten im Rah­men des Betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ments (BGM) dar­auf drin­gen, die­se Ängs­te zu the­ma­ti­sie­ren und pra­xis­na­he Lösun­gen zu fin­den – etwa durch Zuschüs­se für siche­re Trans­port­mit­tel in den Abend­stun­den oder durch die Über­ar­bei­tung von Sicher­heits­kon­zep­ten rund um den Betriebs­hof.

Einen wei­te­ren Angst­trei­ber iden­ti­fi­ziert die Stu­die in den gesell­schaft­li­chen Debat­ten um Migra­ti­on und gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt. Die Ver­un­si­che­rung wird durch das Feh­len kla­rer, sta­bi­ler Struk­tu­ren ver­stärkt. Die Gene­ra­ti­on Z sucht nach Ori­en­tie­rung und Sta­bi­li­tät und emp­fin­det die aktu­el­le gesell­schaft­li­che Dyna­mik oft als frag­men­tiert und unbe­re­chen­bar. Das Ernst­neh­men die­ser Ängs­te im betrieb­li­chen Dia­log, bei­spiels­wei­se in der Jugend- und Aus­zu­bil­den­den­ver­tre­tung (JAV), ist essen­zi­ell, um Ver­trau­en zu schaf­fen.

Werte, Sinn und die Suche nach Halt: Der Wandel im Generationenverständnis

Die umfas­sen­de Unsi­cher­heit der Gene­ra­ti­on Z wird durch einen gleich­zei­ti­gen Wan­del ihrer Wer­te­struk­tur und den Ver­lust tra­di­tio­nel­ler Stüt­zen noch ver­schärft. Die Jugend­trend­stu­die 2025 belegt eine deut­li­che Abkehr von eta­blier­ten Insti­tu­tio­nen. Die­ser Trend betrifft ins­be­son­de­re die sin­ken­de Rele­vanz von Reli­gio­si­tät und klas­si­schen poli­ti­schen Insti­tu­tio­nen, deren Ver­trau­ens­ver­lust bereits in den vor­an­ge­gan­ge­nen Abschnit­ten the­ma­ti­siert wur­de.

Die­ser Ver­lust an tra­dier­ten Wer­ten führt zu einer tief emp­fun­de­nen Sinn­kri­se oder zumin­dest zu einer inten­si­vier­ten Suche nach neu­en Bezugs­punk­ten und mora­li­schen Ankern. Die For­schungs­grup­pe fowid bestä­tigt, dass jün­ge­re Erwach­se­ne sel­te­ner reli­gi­ös sind und der Glau­be ihnen in schwie­ri­gen Zei­ten signi­fi­kant weni­ger Halt bie­tet. Die jun­gen Men­schen müs­sen Sta­bi­li­tät und Ori­en­tie­rung daher in ande­ren Lebens­be­rei­chen fin­den.

Die­ser tief­grei­fen­de gesell­schaft­li­che Wan­del hat direk­te und mas­si­ve Aus­wir­kun­gen auf die Arbeits­welt. Unter­neh­men über­neh­men de fac­to eine neue Funk­ti­on als Sinn­stif­ter. Weil klas­si­sche Insti­tu­tio­nen wie Kir­che, Staat oder selbst die Kern­fa­mi­lie weni­ger Halt bie­ten, muss die Arbeits­stel­le zuneh­mend die Funk­ti­on der Wer­te­ver­mitt­lung und der Bereit­stel­lung von Gemein­schaft über­neh­men.

Die Wer­te Gen Z for­dern von Arbeit­ge­bern nicht nur mate­ri­el­le Sicher­heit, son­dern eine kla­re Pur­po­se-Defi­ni­ti­on und nach­voll­zieh­ba­re ethi­sche Leit­li­ni­en. The­men wie Nach­hal­tig­keit, Cor­po­ra­te Social Respon­si­bi­li­ty (CSR) und eine kla­re Hal­tung zu gesell­schaft­li­chen Fra­gen sind kei­ne optio­na­len Mar­ke­ting­ele­men­te mehr, son­dern zen­tra­le Kri­te­ri­en für die Wahl des Arbeit­ge­bers.

Für Betriebs­rä­te und Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che bedeu­tet dies: Die akti­ve Ver­an­ke­rung die­ser Wer­te in trans­pa­ren­ten Pro­zes­sen und in Betriebs­ver­ein­ba­run­gen (z. B. zur öko­lo­gi­schen Nach­hal­tig­keit, zu Diver­si­tät oder zur Com­pli­ance) ist ein not­wen­di­ger Bei­trag zur Mit­ar­bei­ter­bin­dung. Nur wer im Arbeits­all­tag den gewünsch­ten Bei­trag zum Gemein­wohl erken­nen lässt, kann die emo­tio­na­len Bedürf­nis­se der jun­gen Gene­ra­ti­on nach Halt und Sinn erfül­len.

Zukunftsangst und Arbeitsmarkt: Was erwarten junge Talente von Unternehmen?

Die tief sit­zen­den gesell­schaft­li­chen Ängs­te und die poli­ti­sche Ent­frem­dung der Gene­ra­ti­on Z über­set­zen sich direkt in ver­än­der­te Anfor­de­run­gen an den Arbeits­markt und die Unter­neh­mens­kul­tur. Jun­ge Talen­te suchen in der Arbeits­welt nicht pri­mär fle­xi­ble Struk­tu­ren oder rein mate­ri­el­le Anrei­ze, son­dern pri­mär psy­cho­lo­gi­sche Sicher­heit und Ver­läss­lich­keit als Gegen­ge­wicht zur all­ge­mei­nen gesell­schaft­li­chen Unsi­cher­heit.

Die Angst vor öko­no­mi­schem Abstieg, befeu­ert durch Infla­ti­on und Woh­nungs­kri­se, sowie die Sor­ge vor der dis­rup­ti­ven Kraft der Künst­li­chen Intel­li­genz (KI) prä­gen das Erwar­tungs­pro­fil. Wäh­rend frü­he­re Gene­ra­tio­nen Wert auf schnel­le Kar­rie­ren leg­ten, prio­ri­siert die Gen Z zuneh­mend Sta­bi­li­tät und sinn­stif­ten­de Tätig­keit.

Die Rolle der KI und Qualifizierungspflichten

Die Stu­di­en­ergeb­nis­se zei­gen, dass die Sor­ge vor dem Ver­lust des eige­nen Arbeits­plat­zes durch KI hoch ist. Arbeit­ge­ber ste­hen in der Pflicht, die­se Angst aktiv abzu­bau­en. Das Betriebs­ver­fas­sungs­ge­setz (BetrVG) bie­tet hier kla­re Ansatz­punk­te. Gemäß § 92a BetrVG hat der Arbeit­ge­ber den Betriebs­rat über die Pla­nung von Per­so­nal­maß­nah­men, ins­be­son­de­re den Ein­satz neu­er Tech­no­lo­gien, recht­zei­tig und umfas­send zu unter­rich­ten.

Für Betriebs­rä­te ist es essen­zi­ell, dar­auf zu ach­ten, dass dro­hen­de Nach­tei­le durch tech­no­lo­gi­schen Wan­del – sei es durch Digi­ta­li­sie­rung oder KI – durch geziel­te Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men abge­wen­det oder gemil­dert wer­den (§ 97 BetrVG). Die Gewähr­leis­tung von Zukunfts­fä­hig­keit durch Qua­li­fi­zie­rung ist ein zen­tra­les Ele­ment der Mit­ar­bei­ter­bin­dung.

Forderung nach Sinnstiftung und moralischem Anker

Die Ent­täu­schung über tra­di­tio­nel­le Insti­tu­tio­nen und die gefühl­te Sinn­kri­se (vgl. Abschnitt 5) füh­ren dazu, dass die Arbeit selbst eine sta­bi­li­sie­ren­de und sinn­stif­ten­de Funk­ti­on über­neh­men soll. Die Gen Z fragt nicht nur: Was ver­die­ne ich? Son­dern: Wel­chen Bei­trag leis­tet mein Unter­neh­men?

Unter­neh­men, die eine kla­re Cor­po­ra­te Social Respon­si­bi­li­ty (CSR)-Stra­te­gie ver­fol­gen und inter­ne Pro­zes­se trans­pa­rent gestal­ten, sind attrak­ti­ver. Der Betriebs­rat kann hier durch die Mit­be­stim­mung bei der Gestal­tung von Arbeits­in­hal­ten und der Ein­füh­rung von Leit­li­ni­en zur Unter­neh­mens­kul­tur (§ 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG) Ein­fluss neh­men.

Führungsstil und emotionale Stabilität

Die hohe psy­chi­sche Belas­tung (vgl. Abschnitt 2) ver­langt einen neu­en Füh­rungs­stil. Der tra­di­tio­nell auto­ri­tä­re oder rein auf Leis­tung fixier­te Füh­rungs­stil wirkt auf die ver­un­si­cher­te Gene­ra­ti­on Z kon­tra­pro­duk­tiv. Gefor­dert sind:

  1. Trans­pa­renz: Offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on über Unter­neh­mens­kri­sen und Zukunfts­pla­nun­gen.
  2. Empa­thie: Aner­ken­nung der laten­ten Stress­be­las­tung und der Not­wen­dig­keit von Work-Life-Balan­ce.
  3. Klar­heit: Bereit­stel­lung klar defi­nier­ter Rah­men­be­din­gun­gen und Pro­zes­se, die Halt geben.

Ins­be­son­de­re im Bereich des betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ments (BGM) ist der Hand­lungs­be­darf evi­dent. Der Betriebs­rat hat bei Maß­nah­men zur Ver­hü­tung von Arbeits­un­fäl­len und Berufs­krank­hei­ten sowie zum Gesund­heits­schutz ein Mit­be­stim­mungs­recht (§ 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG). Ange­sichts stei­gen­der psy­chi­scher Belas­tung muss das BGM stär­ker prä­ven­tiv auf men­ta­le Gesund­heit aus­ge­rich­tet wer­den.

Fazit: Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber und Politik

Die Jugend­trend­stu­die 2025 zeigt eine jun­ge Gene­ra­ti­on, die von Angst, Unsi­cher­heit und tief sit­zen­der poli­ti­scher Ent­frem­dung geprägt ist. Die Gene­ra­ti­on Z sucht nach neu­en Ankern, da tra­di­tio­nel­le Insti­tu­tio­nen ver­sa­gen.

Für Arbeit­ge­ber ergibt sich die zen­tra­le Leh­re: Mit­ar­bei­ter­bin­dung funk­tio­niert nicht ohne die Bereit­stel­lung von Sta­bi­li­tät und Sinn. Unter­neh­men müs­sen zu einem Ort der psy­cho­lo­gi­schen Sicher­heit wer­den.

Kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen:

  • Trans­pa­renz und Betei­li­gung: Arbeit­ge­ber müs­sen die Gen Z in Ent­schei­dungs­pro­zes­se ein­be­zie­hen, um Ver­trau­en zurück­zu­ge­win­nen. Betriebs­rä­te müs­sen ihr Recht auf Infor­ma­ti­on (§ 80, § 90 BetrVG) aktiv nut­zen, um die Ängs­te der Beleg­schaft bezüg­lich KI und Arbeits­platz­si­cher­heit zu adres­sie­ren.
  • Qua­li­fi­zie­rung als Sicher­heits­netz: Inves­ti­ti­on in zukunfts­si­che­re Wei­ter­bil­dung und Umschu­lung, um die Angst vor der KI-Dis­rup­ti­on aktiv zu min­dern.
  • Fokus auf men­ta­le Gesund­heit: Aus­bau des BGM zur geziel­ten Unter­stüt­zung bei Stress und psy­chi­scher Belas­tung, auch durch kla­re Abgren­zung von Arbeit und Pri­vat­le­ben.

Die poli­ti­sche Ent­frem­dung und die Ten­denz zur extre­men Wahl bei jun­gen Wäh­lern sind ein Sym­ptom man­geln­der Wert­schät­zung ihrer Zukunfts­ängs­te. Poli­tik und Unter­neh­men müs­sen gemein­sam dafür sor­gen, dass die The­men Sicher­heit, öko­no­mi­sche Sta­bi­li­tät und Kli­ma­schutz nicht nur bespro­chen, son­dern durch glaub­wür­di­ge Maß­nah­men unter­legt wer­den, um die jun­ge Gene­ra­ti­on kon­struk­tiv in die Gesell­schaft ein­zu­bin­den.

Weiterführende Quellen

Jugend­trend­stu­die: War­um die Gen Z extre­mer wählt | rbb24 Info­ra­dio
https://www.inforadio.de/rubriken/interviews/2025/04/29/jugend-trend-studie-generation-z-maas.html
Erläu­tert die Ursa­chen für das extre­me Wahl­ver­hal­ten jun­ger Men­schen, die sich in der eta­blier­ten Poli­tik nicht reprä­sen­tiert sehen.

Die größ­te Angst der befrag­ten jun­gen Frau­en sind laut der …
https://www.instagram.com/p/DJOVsJSCBxj/
Kurz­be­richt über die spe­zi­fi­schen Sicher­heits­ängs­te jun­ger Frau­en im öffent­li­chen Raum, abge­lei­tet aus den Stu­di­en­ergeb­nis­sen 2025.

„Jugend­Trend­stu­die“ 2025 | fowid – For­schungs­grup­pe …
https://fowid.de/meldung/jugendtrendstudie-2025
Bestä­ti­gung des Trends zur Abnah­me der Reli­gio­si­tät und der dar­aus resul­tie­ren­den Sinn­su­che und man­geln­den Halt in schwie­ri­gen Zei­ten.

Jugend­trend­stu­die 2025
https://www.generation-thinking.de/post/jugendtrendstudie-2025
Kurz­vor­stel­lung der Stu­di­en­schwer­punk­te zu Arbeit, Poli­tik, Fami­lie, Sicher­heit und der Rol­le von Künst­li­cher Intel­li­genz (KI).

Jugend­trend­stu­die 2025 | Gene­ra­ti­on Z
https://www.generation-thinking.de/product-page/jugendtrendstudie-2025
Stu­die mit Fokus auf die Gene­ra­ti­on Z im Kon­text des gesell­schaft­li­chen Wan­dels und aktu­el­ler Zukunfts­sor­gen.